IntelligenjBIatt der freien Stadt Frankfurt, verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden, und den Frankfurter Nachrichten als Ertrabeilage.
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(Expedition: am Geistpförtchen, SchlachthauSgasse 21.)
^ 262. Dienstag, den 6. November 1855.
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Ueberblicke der Ereignisse im Gebiete der politischen und materieAen Interessen.
Frankfurt, 6. November. Ueber den vielbesprochenen Canal durch die Landenge von Suez, von dessen Handelswichtigkeit wir schon früher unsern Lesern berichtet haben, sind durch das „Handelsarchiv" jetzt ausführlichere Nachrichten veröffentlicht, welche einen genauern Einblick in die Einzelnheitën dieses großartigen Unternehmens gewähren. Was zunächst die Erleichterung der Schifffahrt betrifft, so laßt sich nach zuverlässigen statistischen Berechnungen der Gesammtwerth des Handels von Nord-Amerika und Europa nach den- weiten Meeren, die sich jenseits des Caps Horn und des Caps der guten Hoffnung ausdehnen, auf 1200 Mill. Gulden schätzen oder 6 Mill. Tonnen. Mindestens die Hälfte dieses Handelsverkehrs würde den Weg durch den Canal nehmen, denn beispielsweise werden durch denselben die Entfernungen abgekürzt: von Konstantinopel nach Bombay, um 2580 deutsche Meilen, von Triest nach Bombay um 2160, von Bordeaux nach Bombay um 1710, ebensoviel von London und Amsterdam auS re. Es wäre sonach auf einen Zoll von 3 Mill. Tonnen zu rechnen, der mit 10 Franken auf die Tonne in Anbetracht der Zeitersparniß nicht zu hoch angesetzt wäre. Dies wären 30,000,000 Franken; dazu kommen noch die andern Einnahmen aus dem Ertrag deS Verbindungsgrabens zwischen Nil - und Hauptkanal, auS dem Tonnengeld der im Binnenhafen ankernden Schiffe, aus dem Ertrage der von der Gesellschaft in Cultur zu setzenden Grundstücke ic. Es soll nämlich aus dem 18 Meilen langen Hauptcanal zwischen Pelusium und Suez, in der Mitte des Wegs zwischen beiden Städten beim See Timsah, wo ein Querthal, das jetzt versandete Waden Tomilat, das einst fruchtbare Gosen der Bibel, einmündet, ein Verbindungsgraben zum Nil geführt werden. Am See Timsah würde für alle Schiffe ein Hafen errichtet werden.
i Die beiden Hauptschwierigkeiten des Unternehmens, welche aber bei dem heutigen Stande der Technik nicht unüberwindlich scheinen, sind: Die Befestigungen des Flugsandes durch Anpflanzungen und an der Mündung bei Pelusium der Bau zweier, je 20,000 Fuß langen steinernen Hafendämme bis zu der gehörig tiefen Stelle des Meeres. Die Kosten des ganzen Riesenwerks sind auf 90,000,000 fl., die Zeit seiner Ausführung auf 6 Jahre berechnet; die Einzelheiten derselben beabsichtigt Herr von Leffeps durch einen