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Intelligenz-Blatt

der freien Stadt Frankfurt, ^S^

verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staats-

Wörden, und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage, u j

(Erpedition: am Geistpförtchen, SchlachthauSgasse 21.)

^L 248. Samstag, den 20. October 1855.

Abonnementspreis für'S halbe Jahr 2fL 30tt. Tägliche Ausgabe außer Montags. Einrückungsgebühren: 6 kr. für die ganze, 3 kr. für die gespaltene Zeile.

Ueberblicke -er Ereignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.

Frankfurt, 20. Octbr. In diesen Tagen des Octobers ist uns ein Buch in die Hände gekommen, welches recht lebendig die Tage, welche der Schlacht bei Leipzig in unserer Vater­stadt folgten, ausmalt. Archibald Graf von Ke yserling, königl. preuß. Oberst der Rei­terei a. .D., schildert den Aufenthalt deS großen Hauptquartiers in Franksürt im zweiten Bande seines Buches: „Aus der KriegSzeit" in folgender Weise : „Frankfurt, an und für sich schon ein merkwürdiger Ort, bot damals ein besonders interessantes Schauspiel. AuS allen Weltgegenden strömten Reisende, Abgesandte und hochgestellte Männer den Fürsten entgegen, da jeder für sich durch wichtige Interessen dorthin gezogen wurde. Der König von Preußen traf am 12. November ein. Der König von Würtemberg, ein stattlicher korpulenter Herr, in prächtigem Hofwagen, war auch gekommen um den hohen Siegern seine Aufwartung zu machen. König Maximilian von Bayern verherr- ltchte gleichfalls durch seine Gegenwart die hohe Versammlung. Nur von einem gerin­gen Gefolge begleitet nahm er durch seine gewinnende Freundlichkeit sehr für sich ein. Auch der Kurfürst von Hessen erschien und zwar in seiner Garde-Uniform, noch im Schnitte von 1806, mit weißgepudertem Haar, wobei auch der lange Zopf nicht fehlte. Mehrere Rerchöfürsten und alle höheren russischen und österreichischen Generale erblickte man auf den Straßen, im Theater und auf öffentlichen Plätzen. Die Stadt veranstal-

Aelles Fest im Schauspielhause, wo der sonst für die Zuschauer bestimmte Raum

« ®uvne, tn Verbindung gebracht, eine höchst glänzend erleuchtete und geschmückte große Arena bildete. Es wurden Einlaßkarten ertheilt, doch das HauS war viel zu'ktein, um die gewaltigen Massen der Schaulustigen aufzunehmen. Kaiser und Könige, Blü- cher und Schwarzenberg trugen durch ihre Anwesenheit zum Glanz des Festes bei und es gewahrte ein seltenes Interesse, die verschiedenen Uniformen der Anwesenden zu mu- stern, da die Manner nur ausnahmsweise Civilkleider trugen, wogegen mehrere der von âpoleon medmtisirten ReichSfürstcn in den verschollenen Uniformen ihrer ehemaligen Souveränität erschienen. Alle Welk schien vergnügt, jeder wollte sich dem Andern so angenehm als möglich darstellen, Alles schien unter sich einig und der aufmerksame Be-