Einzelbild herunterladen
 

Intelligenz-Blatt

der freien Stadt /rankfnrt, verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staats­behörden, und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.

(Erpedition: am Geistpförtchen, SchlachthauSgasse 21.)

M 246. Donnerstag, den 18. Oktober 1855.

AbonnementSpreiS für'S Halde Jahr 2fl.30kr. Tägliche Ausgabe außer Montags.

Einrückungsgebühren: 6 kr. für die ganze, 3 kr. für die gespaltene Zeile.

Ueberblicke der Greègmsse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.

Frankfurt, d c n 18. O c t o b e r. Unsre gesetzgebende Versammlung hat die­ser Tage dem neuen Handels- und Schifffahrtsvertrag zwischen dem Zollverein und Merico ihre Genehmigung ertheilt. Einige Notizen über die zwischen beiden bestehen­den Handelsverhältnisse dürften daher "Nicht ohne Interesse sein. Im vorigen Jahre hat Merico den Vertrag mit Preußen vom 18. Februar 1831, welcher die Grundlage der Handelsbeziehungen zwischen der Republik und dem Zollverein war, gekündigt. Der Grund dieser Kündigung war das Streben der Schutzzollpartei in Merico, durch künst­liche Begünstigungen die durch natürliche Verhältnisse bedingte äußerste Geringfügigkeit der eignen Schifffahrt zu beseitigen. Da dieß Bestreben indeß bald als vergeblich sich erwiesen, so ist die mericanische Schifffahrtsacte vom 30. Januar 1854 schon wieder zu den Acten gelegt, und auf den Grundlagen des früheren TractatS am 10. Juli d. I. ein neuer abgeschlossen zwischen dem königl. Preuß. Ministerresidenten Freiherrn von Richt­hofen und dem mericanischen Minister der auswärtigen Angelegenheiten de Bonilla. Dieser Vertrag ist von Seite Merico's bereits vollzogen und die Regierungen der sämmt­lichen Zollvereinsstaaten haben ihren Beitritt vorbehaltlich der Zustimmung der LandeS- vertretung erklärt, mit Ausnahme von Hannover, dessen Zollvertrag mit Mcrico auS dem Jahre 1827 noch fortbesteht. — Die reichen Bodenerzeugnisse Mexico's finden aus Mangel an Arbeitskräften und Verbindungsmitteln nur einen sehr beschränkten Absatz inS Ausland. Die gesammte Ausfuhr Merico'S an Landprodukten besteht in Farbe- und Mahagoniehölzern aus den Küstenstrichen, aus etwas Vanille, Coschenille, Medi­cinalgewächsen, Pfeffer, Ochsen- und Ziegenfellen im Gesammtwerthe von 1 bis höchstens IVi Million spanischen Thalern (ü 2'A'fI.). Da nun der Werth der Gesammteinfuhr nach Abrechnung der Zölle, auf jährlich 15 Millionen Piaster sich beläuft, so wird diese fast ganz mit baarem Silbcrgeld freilich auch einem Landesprodukt, gedeckt. An der Gesammteinfuhr in Merico ist der Zollverein mit 3 Millionen Piastern betheiligt, wäh­rend die Einfuhr aus Merico im Zollverein bisher höchstens auf 70,000 Piaster gestie­gen ist. Noch im höheren Grade als der Handel, ist die Schifffahrt Mcrico'S passiv. Ein mericanischeS Schiff im Hamburger Hafen ist eine Seltenheit, in einem Zollver­einshafen ist eine solche noch nicht gesehen worden. Während jährlich fremde Schiffe