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MeMgenz-Blatt

der freien Stadt Frankfurt,

verbunden mit dem Ancksblatt, Organ der hiesigen Staats­

behörden, und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.^ M

(Expedition; am Geistpförtchen, SchlachthauSgasse 21.)

M 244. Dienstag, den 16. October 1855.

Abonnementspreis für's halbe Jahr 2fl. 30kr. Tägliche Ausgabe außer Montags.

Einrückungsgebühren: 6 kr. für die ganze, 3 kr. für die gespaltene Zeile.

Aeberblicke der GreignMe im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.

Frankfurt, 16. October. (Zur Situation). Während an den Ufern des schwarzen Meeres der Krieg mit erneuten Anstrengungen fortgeführt wird und die Nach­richten über Vermittelungsversuche Oesterreichs und Preußens die bestimmteste Wider­legung erfahren, bereiten sich in England unter den parlamentarischen Parteien Bünd­nisse vor, die zum Zweck die baldige Herbeiführung des Friedens haben. Bisher stan­den die Manchestermänner als entschiedene Vertreter der Friedenspolitik für sich da, getrennt von den Peeliten, die wiederum nur lose mit den Toryisten zusammenhingen; jetzt aber, nachdem die englisch-französischen Waffen einen so bedeutenden Erfolg errungen, wachsen die Anzeichen und treten mit immer größerer Bestimmtheit die Nachrichten auf, daß Bright, Gladstone und d'Israeli in ein engeS Bündniß treten wollen um mit den ver­einten Kräften der den Tory's, Peeliten und Manchestermännern zu Gebote stehenden Stimmen im Parlamente auf den Frieden hinzuarbeiten. Ist schon diese Coalition, die von der Times bereits als Thatsache behandelt wird, an sich von der größten Wichtig­keit, so erhält sie eine erhöhte Bedeutung durch den Umstand, daß auch in dem Cabinet Palmerston sich Minister befinden, die den Peeliten nahe stehen und dem Frieden geneigt sind, um so mehr, als jetzt auch in der englischen Presse die großen Nachtheile bespro­chen werden, welche der Krieg für das Land herbeiführt. Vielleicht ist es der Einwir­kung dieser Verhältnisse zuzuschreiben, daß die englische Regierung den Zwist mit Neapel jetzt nicht fortsetzt, vielmehr durch die Entfernung des bisherigen Polizeiministers Maza sich für befriedigt erklärt. Anders dagegen stellt sich Frankreich zu der bourbonischen Ne-- gierung deS einst von dem Schwager Napoleons I. beherrschten Landes. Zwar hat der Moniteur den Brief desavouirt mit dem der Prinz Murat seine Hoffnungen auf den Besitz des von seinem Vater innegehabten Thrones bekundete; aber jener Moniteurarti­kel wird in Paris übereinstimmend dahin gedeutet, daß er nur bestimmt sei die Regie­rung von Sardinien, nicht aber diejenige von Neapel von der Besorgniß zu befreien, als möchte Frankreich, wie es der Prinz Murat angedeutet hatte, derjenigen italischen Partei die Hand reichen, welche sich die Einheit ihres Vaterlandes als Ziel ihrer poli­tischen Bestrebungen gesteckt hat. Der Conflict zwischen Frankreich und Neapel ist nicht beigelegt; von Paris auS werden neue Forderungen'gestellt, so daß eS den Anschein ge-