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Intelligenz-Blatt

der freie« Stadt /mnhfart, ^^^. verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staats- ä^^^M^W-Ä betörten, und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.» ^^^^M 1

(Erpedition: am Geistpförtchen, SchlachthauSgasse 21.) ^iJgsMf

Jg 238. Dienstag, den 9. October 1855.

AbonnementöpreiS für'ö halbe Jahr 2fl.30kr. Tägliche Ausgabe außer Montags. EinrückungSgebühren: 6 kr. für die ganze, 3 kr. für die gespaltene Zeile.

Ueberblicke der Ereignisse im Gebiete -er politischen un- materiân Interessen.

Frankfurt, den 9. October. Gegenüber den Forderungen deS Verbots der Ge­treideausfuhr muß dir Ansicht von der 'Nothwendigkeit des freien Getreidehandels zur Herbeischaffung der mangelnden Brodfrüchte immer von Neuem zur Geltung gebracht werden. Die Lehren der Volkswirthschaft über diese Angelegenheit sind nicht etwa rein theoretischer Natur, sondern begründet durch die Erfahrung der Jahrhunderte. Preis­schwankungen, wie sie im Mittelalter auf nahe gelegenen Getreidemärkten vorkamen, und sich jetzt noch im Oriente wiederholen, gehören in der Gegenwart zur Unmöglichkeit, weil gute Straßen, Kanäle, Eisenbahnen, die Vervollkommnung der Schifffahrt und die Sicherheit der Verbindungen die Veranlassung sind, daß Getreide von den Orten, wo eS wohlfeil ist, dahin gebracht wird, wo die Preise höher stehen. Der begünstigte Ver­kehr führt also zu einer Ausgleichung der Preise. Früher lebten die Bewohner der ein­zelnen Kreise gewöhnlich nur von ihrer Produktion und die Nahrungsmittel wurden sehr selten auf größere Entfernung verschickt, weil ihr Transport nicht nur zu große Kosten verursachte, sondern oftmals eS auch an den nothwendigen Transportmitteln in größerer Menge fehlte. Erwägt man, daß die Versendung eines Scheffels Weizen nach einem 60 Meilen entfetten Orte zu Wagen fast 5 fl. 15 kr. kostet, so wird man einräumcn, daß ohne besondere Vorbereitungen und ohne kluge Benutzung der Umstände eine schnelle Verproviantirung von Gegenden, in denen Noth herrscht, fast unmöglich ist. In den meisten Jahren brach deshalb bald in diesem bald in jenem LandeSlheile eine Theuerung, wenn nicht gar HungerSnoth aus. Selten ist indessen der Ernteertrag eines großen Landes so schlecht ausgefallen, daß nicht eine Gegend der andern aushelfen, ein Land dem andern einen Theil seines UeberflusseS abtreten könnte.

Zur Durchführung einer solchen Ausgleichung der Ernteerträge gehören aber nicht blos eine genaue Kenntniß und kluge Benutzung der Verkehrsverhältnisse, sondern auch große Kapitalien. Diese machen allein dem Kaufmann den Kauf großer Quantitäten Getreide da möglich, wo die Preise am niedrigsten stehen und indem er sie nun nach dem Bestimmungsorte schaffen, dort aufspeichern und verkaufen läßt, hat derselbe natür­lich seinen Gewinn, die Bevölkerung aber auch den Vortheil, daß überhaupt Getreide auf den Markt gelangt. Der Kaufmann wird wohl in den seltensten Fällen die ange-