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Intelligenz-Blatt

der freien Stadt Kankstrt, ^^^.

verbunden mit dem Anltsblatt, Organ der hiesigen Staats- behörren, und den Frankfurter Nachrichten als Ertrabeilage.k -

tEepedition: am Geistpförtchen, SchlachthauSgaffe 21.)

M 236. Samstag, den 6. October 1855.

Abonnementspreis für'S halbe Jahr 2fl 30kr. Tägliche Ausgabe außer Montags. Einrückungsgebühren: 6 kr. für die ganze, 3 kr. für die gespaltene Zeile.

Ueberblicke der Ereignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.

Frankfurt, 6. October. Unsere vor wenigen Tagen ausgesprochene Ansicht, daß eine freiwillige Räumung der Krim nicht zu erwarten sei, wird durch folgende Einzel­heiten des von Wiener Blättern vollständig mitgetheilten Berichts des Fürsten Gort- schakoff vollkommen bestätigt. „Das Zusammentreffen der Alliirten mit russischer Infan­terie bei Urkussu am 22. Sept.," heißt es nämlich dort, „in dessen Folge die Truppen der Alliirten sich auf die südlich von diesem Dorfe gelegenen Höhen zurückziehen muß­ten, scheint kein vereinzeltes gewesen zu sein; denn Fürst Gortschakoff berichtet, daß auf den linken Flügel der russischen Stellungen, die bis dahin sich ausdehen, täglich An­griffe gemacht würden. Auch scheinen die Russen ihrerseits die hier am weitesten vorge­schobenen Truppenabtheilungen, um sie nicht einem Angriffe mit überlegener Macht aus­zusetzen, zurückgezogen zu haben; denn am folgenden Tage stieg, wie Fürst Gortschakoff meldet, der Feind wieder von den Höhen herunter und beschäftigte sich damit, eine Straße anzulegen, ohne daß er dabei von den Russen gestört worden wäre. Das Dorf Urkussu (auf der uns vorliegenden Karte Riukafla) liegt ungefähr drei Stunden in nordöstlicher Richtung von dem Flecken Baidar, bis zu dem die Alliirten ihre Stellungen bereits seit dem Mai ausgedehnt hatten. Es ist auf dem rechten Ufer der Tschernaja an einem der zahlreichen Bäche gelegen, die in diesen Fluß während seines oberen Laufes fallen. Die ganze Gegend ist von Bergen und Thälern durchschnitten, und eö führen von hier aus zwei Straßen auf der einen Seite nordwestlich über Chamli und Tschuliu nach der sogenannten Mackenziefarin hinauf, wo während des Kampfes um die Südseite von Se- bastopol die russische Hauptmacht zusammengezogen war, auf der anderen Seite nordöst­lich über Baqa und Markur zu dem Quellengebiete des Belbeg. Beide Straßen waren von den Russen zerstört. Aus der Depesche des Fürsten Gortschakoff ersehen wir, daß die Alliirten, nachdem ihnen das Thal von Urkussu überlassen war, sofort daran gingen, die eine dieser Straßen wieder herzustellen. Es läßt sich hieraus schließen, daß Gene­ral Pelissier den Plan entworfen hat, die in der Front beinahe unangreifbare Stellung, welche die Russen auf dem rechten Ufer der unteren Tschernaja inne haben, zu umge­hen, um sie in ihrer linken Flanke anzugreifen, oder sie zu zwingen, die ganze Stellung aufzugeben, wodurch den Verbündeten der bisher ihnen verlegte Weg nach den Forts