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Intelligenz-Blatt

der freien Stadt /rnnkfnrt, verbunden mit dem Anrtsblatt, Organ der hiesigen Staats­behörden, und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.

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(Erpedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgasse 21.)

â 234, Donnerstag, den 4, October 1855,

Abonnementspreis für's halbe Jahr 2fl.30kr. Tägliche Ausgabe außer Montags.

Einrückungsgebühren: 6 kr. für die ganze, 3 kr. für die gespaltene Zeile.

Ueberblicke der Ereignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.

Frankfurt, 4. October. (Zur Situation.) Die Weltlage zu AnfangOcto- berS ist durch die Einnahme deS SüdtheilS von Sebastopol kaum minder verwickelt ge­worden, als sie vor jenem Ereigniß war. Zwar scheint der Beitritt Spaniens zur Allianz gegen Rußland in Aussicht zu stehen, dagegen droht die gefährliche Krankheit deS Königs von Sardinien mit neuen Verwickelungen, da die Aufregung in Italien, unter dem Einfluß des Mißwachses von Korn und Wein, der Mißgriff der päpstlichen und neapolitanischen Regierung und der Proklamationen Mazzini's täglich wächst und im Falle eines Ausbruchs wohl nicht spurlos an Piemont vorübergehen würde. Das revolutionäre Manifest an die Völker Europa's ist außer von Mazzini bekanntlich auch von Kossuth und Febril Rollin unterzeichnet, und daneben rühren sich die verschiedenen Parteien der polnischen Emigration obgleich die bisherige Haltung des Königreichs Polen wohl geeignet war, ihre Hoffnungen zu schwächen. Die Reise des russischen Kaisers und seiner Brüder in die Nähe deS Kriegsschauplatzes spricht auch gegen die sanguinischen Erwartungen derer, welche die Krim im Geiste schon geräumt sahen; nicht einmal die Nordseite von Sebastopol scheint ohne Kampf auf­gegeben zu werden, und hier dürfte der Verbündeten ein heißerer Empfang warten, als nach den bisherigen Siegesberichten vorauszusehen war. Die Nachrichten vom asiatischen Kriegsschauplätze widersprechen sich; die Russen bedrohen immer noch Kars und Erzerum, und in den afrikanischen Theilen der Türkei dauert der Auf­stand in Tripolis noch fort. Ebenso ist in den gespannten Verhältnissen Grie­chenlands noch kein Wechsel eingetreten. In Frankreich, wo die Unerschöpflichkeit der Hülfsquellen des Landes recht deutlich zu Tage tritt, haben der unermeßliche Zufluß der Fremden zur Ausstellung, die Bauten, der Luxus einen die Theuerung, wenigstens für Paris, ausgleichenden Geldumsatz hervorgerufen. Ueberhaupt hat Frankreich bei weitem den größten Vortheil aus dem orientalischen Kampfe gezogen. In welchemMißver- Hältniß steht sein unerschöpflicher Reichthum an Mannschaft, welcher ihm neben der orientali­schen Armee noch drei stattliche Heere zu Hause: im Norden, in Paris und Lyon verfügbar läßt, mit den geringen Zuschüssen, welche England aus der Miliz und durch die Fremdenlegio­nen zur gemeinsamen Feldarmee liefern kann; wie constatirt der glänzende Erfolg gegen den