Intelligenz-Blatt der freien Stadt Frankfurt, verbunden mit dem Amtsblatts Organ der hiesigen Staatsbehörden, und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.
(Ervedition: am Geistpförtchen, SchlachthauSgasse 21.)
Donnerstag, den 20. September 1855
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Ueberblieke der Greigmsfe im Gebiete -er politischen und materiellen Interessen.
Frankfurt, 20. September. Es ist aus der Geschichte der Reisen bekannt genug, welche außerordentlich reichen Beiträge zur Kenntniß, der den Engländern unterworfenen oder ihnen für Handelszwecke wichtigen Länder die Briten der: Kühnheit und Ausdauer deutscher Reisenden verdanken. Wir brauchen hier nur für die Gegenwart an die Gebrüder Schomburg für Britisch - Guyana, an Krapf und Isenberg für Ost- Afrika, an Overweg, Barth und Vogel für Central-Afrika zu erinnern. Eben jetzt hat der schon todtgesagte Barth aus Hamburg den europäischen Boden wieder betreten und schon laufen aus Indien Berichte ein über die wissenschaftliche Reise der drei Brüder Schlagintweit, welche, nachdem sie durch die Erforschung des Monterosa sich rühmlichst bekannt gemacht, nunmehr die Untersuchung des Himalaya unternommen. Wenn sie auch nicht, wie unsere deutschen afrikanischen Reisenden im centralen Sudan, eine bisher fast gänzlich in Fabel und Dunkel verhüllte Terra incognita topographisch zu entdecken haben, so ist ihre Aufgabe, die noch verschleierten physikalischen Gesetze der Natur in den wunderreichen Formen und Erscheinungen des umfangreichsten und kolloffal- sten Hochgebirges unseres Planeten, des Himalayasystems, näher zu erforschen, doch nicht weniger großartig und schwierig. Auf die Fürsprache Aleranders von Humboldt lwt der König von Preußen den Brüdern Adolf, Hermann und Robert Schlagintweit reiche Unterstützung für ihre Vorarbeiten und für ihre Reise gewährt und ihnen die Wege in Indien ebenen lassen durch Empfehlungen an die Gebieter Indiens. Das erste Schreiben der Redenden ist aus Bombay am 14. November 1854 abgegangen und am 10. Januar ™ A"-"?^langt. Es enthielt interessante Nachrichten über das rothe Meer und die Beschaffenheit des Wüstensandes und wurde demnächst gefolgt von Lichtbildern der verschiedenen indischen Stamme und von Küstenzeichnungen. Am 5. October hatten sie Alerandnen, am 26. October Bombay erreicht. Am 5. November verließen sie Bom- bay und machten, fortwährend mit magnetischen, meteorologischen und geologischen Unter-
/'Ne 3'A Monate dauernde Landreise durch das weitläufige ge- (Hochebene) Vorderindiens zu Pferde, von Trägern und 20 Kamelen für das Gepäck begleitet. Am 19. Februar trafen sie in Madras, Anfangs April zu Cal-