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Intelligenz-Blatt der freien Stadt Frankfurt, verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staats­behörden, und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.

(Expedition: am Geistpförtchen, SchlachthauSgasse 21.)

â 212. Samstag, den 8. September

1855

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Ueberblicke der Ereignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.

Frankfurt, 8. September. In einer der letzten Sitzungen der Berliner Gesell­schaft für Erdkunde sprach der Oberbergrath von Carnall über den Bergwerksbetrieb in dem preußischen Staate und dem außerordentlichen Aufschwung desselben in den letzten Jahren. Im Jahre 1820 betrug die Steinkohlenförderung des ganzen Landes nur 4 Vs Millionen Tonnen (1 Tonne — 4 Scheffel oder T'/s Kubikfuß, ungefähr 4 Centner wiegend) mit einem Werthe von wenig mehr als 1 Million Thalern; Braunkohlen wurde nicht voll 1 Million Tonnen gewonnen; und der Werth aller Bergwerksprodukte (Kohlen und Erze aller Art) mag kaum 2 Mill. Thlr. betragen haben und kam in 1854 auf reichlich 20 Millionen Thlr. Preußen hat mit seiner Bergwerksproduktion, das ein­zige England ausgenommen, alle Länder Europas, und, nur England und Nordamerika ausgenommen, alle Länder der Erde überflügelt. Das Steinkohlengebirge in Preußen nimmt in Oberschlesien, Niederschlcsien, Provinz Sachsen, Westfalen (Hauptzug von Dort- mund bis an den Rhein, und die Bergwerke des Staats bei Ibbenbüren), auf der lin­ken Rhernseite (Bergbau des Staates bei Saarbrücken und die Kohlenminen bei Aachen) von der Erdoberfläche 50 Geviertmeilen ein, verbreitet sich aber unter den aufliegenden Bildungen noch viel weiter. Die Mächtigkeit aufeinanderliegender Steinkohlenflötze er- rercht zusammen 120 und selbst 200 Fuß. Dieß Verhältniß ist wichtiger, als die Größe der eingenommenen Fläche. Die nördlichsten und östlichsten Provinzen des Staates entbehren der Stemkohle. — Das Steigen der Steinkohlenförderung beruht theils auf allgemeinen Verhältnissen, theils auf örtlichen Ursachen, meist aber auf beiden zugleich. U«ter die Ersten gehört die Zunahme der Bevölkerung innerhalb der Absatzkreise, die Abnahme der Walder und das Hinaufgehen der Holzpreise, ferner die Verbesserung der Transportmittel, die Anlage von Straßen und ganz besonders die Herstellung von S’ nen' “^* «l« s^bst viele Kohlen consumiren, sondern auch vermöge der Ermäßigung der Transportkosten den Steinkohlen neue Absatzwege eröffnen. Als mehr oder weniger örtlich erscheint der Verbrauch bei der Metallindustrie, namentlich bei der Eisenerzeugung und Verarbeitung, wo die Steinkohlen an die Stelle der Holz­kohlen getreten sind, ferner bei den Dampfmaschinen aller Art, den Brennereien, Brauereien,