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Intelligenz-Blatt

der freien Stadt FraakfM, verbunden mit dem Anttsblatt, Organ der hiesigen StaatS- behörden, und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage, k ^»|M|* ;

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(Expedition: am Geistpförtchen, SchlachthauSgaffe 21.)

M 204. Donnerstag, den 30. August 1855.

AbonnementSpreiS für's halbe Jahr 2fl.30kr. Tägliche Ausgabe außer Montags. Einrückungsgebühren: 6 kr. für die ganze, 3 kr. für die gespaltene Zeile.

Ueberblicke der Ereignisse im Gebiete der politischen

und materiellen Interessen.

Frankfurt, 30. August. Der „Aktionär" berichtet über die Versammlung des Verwaltungsraihes der Darmstädter Bank am 13. August unter andern Folgendes: „Eine andere Begünstigung, die die Bank nunmehr erhalten soll, ist die Concession zur Er­richtung einer Zettelbank. Mit dieser Concession muß aber die Verbindlichkeit übernom­men werden, eine Bahn von Aschaffenburg nach Darmstadt zu bauen oder einen Unternehmer zu finden. Dieser Unternehmer ist gefunden. Die Mainz-LudwigShafener Bahn übernimmt den Bau von Aschaffenburg über Darmstadt nach Mainz und Bingen und wird dafür in der angemessenen Weise an den Vortheilen der zu gründenden Zet- telbank betheiligt werden. Die reiche, fruchtbare, dicht bevölkerte Strecke, welche die Bahn durchlaufen soll, läßt uns ihr ein gutes Prognostikon stellen."

Die genannte Eisenbahnstrecke ist für Frankfurt so wichtig, daß einige Worte über dieselbe an dieser Stelle gerechtfertigt sein werden. Zunächst ist es unrichtig, die ganze Strecke als Erne Bahn zu bezeichnen, da sie weder eine gerade Richtung einhält, noch zwei große Endpunkte verbindet. Vielmehr sind es drei verschiedene Bahnen: Aschaffen- burg-Darmstadt, Darmstadt-Mainz, Mainz-Bingen, welche in Bezug auf ihren großen chre Localverkehr die verschiedensten Aussichten eröffnen, sowie die Beiwörter: „reich, fruchtbar, dicht bevölkert" auf das Land, welches diese Linien durchschneiden, die ver­schiedenste Anwendung findet. Am höchsten steht in jeder Beziehung der Theil Mainz- Bingen; das Bedürfniß derselben ist allgemein anerkannt, der Boden ohne große Schwie­rigkeiten, die Theuerkeit desselben durch den Lokalverkehr ausgeglichen; die Lücke des lmks-rhetnischen Schienenwegs wird durch ihre Vollendung auf die Strecke Binaen- RolandSeck reduz,rt. "

In zweiter Linie steht die Strecke Aschaffenburg-Mainz. Auch sie hat noch ein, wenn auch untergeordnetes und vorzugsweife bayerifches Interesse für den Weltver-

Strecke zwischen Franken und der Pfalz, also auch Leipzig, Wien, Berlin einerseits, Bafel und Paris andererseits, würde durch diese Bahn nicht unbedeutend ver- kurzt. Desto schlimmer würde es aber mit dem Lokalverkehr stehen; die sandige waldige Gegend wurde einen sehr geringen Verkehr bieten und doch die Menge der zu durch-