Einzelbild herunterladen
 

Intelligenz-Blatt

der freien Stadt Makfart,

verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen StaatS- dehörden, und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.^

Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgaffe 2t.)

â 202. Dienstag, den 28. August 1855.

Abonnementspreis für'S halbe Jahr 2fl.30kr. Tägliche Ausgabe außer Montags. Einrückungsgebühren: 6 kr. für die ganze, 3 kr. für die gespaltene Zeile.

Ueberblicke der EreiguLste im Gebiete der politischen NN- materiellen Interessen.

Frankfurt, 28. August. Die Tagespreffe bringt alle Tage neue Gerüchte übe* die beabsichtigten Finanzmaßregeln zur Ordnung der österreichischen Valuta- Die Spannung hat an der Wiener Börse sogar in namhaften Schwankungen sich kund gegeben, so abenteuerlich auch mitunter die angeblichen Projecte lauteten, welche, da die Einkommensteuer nicht den Erwartungen entsprochen hat, dazu dienen sollen, die nicht producirende reiche Klasse in billiger Weise zur Betheiligung an den Staatslasten her- beizuziehen. In der That kann erst jetzt Herr v. Bruck, nach Verminderung des Heeres daran denken, diese wichtige Frage zu ordnen. Zu den angeblich vorgeschlagenen Maß­regeln gehört: Eine beabsichtigte Devaluation deö Papiergeldes; Einführung des Zwangscurses von Papiergeld für Lombardei-Venedig; Erhöhung der Grundsteuer; Ver­kauf von Domänen und Einführung des 24 Gulden-Fußes. Principiell lassen sich diese Maßregeln auf folgendes zurückführen, sie bezwecken: 1) Vermehrung der Nachfrage nach Tauschmitteln und 2) Verminderung der Papiergeldmasse. Deßhalb ist es wahrschein­lich, daß die Regierung mehrere derselben in weiterer oder geringerer Ausdehnung in Anwendung bringen wird. Was nun den ersten Punkt betrifft, so würde die Ausdehnung des Zwangscurses auf Italien den Markt des Papiergeldes vergrößern, aber diese Maß­nahme verbietet sich aus politischen Gründen. Dagegen wird schon die Grundentlastung, die Entwickelung des Ackerbaues und Gewerbfleißes, der Verkauf der Domänen rc. in x"sem Sinne wirken und würde schon allein, wenn auch langsam, ein richtiges Ver- haltniß des Papiergeldes herzustellen im Stande sein. Da aber die Ereignisse nicht erlauben, diesen jedenfalls fernen Zeitpunkt abzuwarten, so dürfte es nöthig sein, zur Realistrung des zweiten Punktes das Papier in fundirte Schuld zu verwandeln, zu de- ren Tilgung der Kaufpreis der Domänen zu verwenden wäre. Zn bedenken ist nur, daß der Unterschied zwischen Papier und Geld bereits beinahe 8 Jahre besteht, daß ®A?rsUr die Regierung, sondern auch unzählige Private zu einem niedrigen Course ihre Schulden contrahirt haben. Die Ungerechtigkeit, daß dieselben mehr wieder zahlen sol-