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Zntelltgenz-Blatt dkl freien MM KauKssü, verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staats­behörden, und dèn Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.

(Expedition: am Geistpförtchen, SchlachthauSgasse 21.)

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^L 192. Donnerstag, den 16. August 1855.

Abonnementspreis für's halbe Jahr 2fl 30kr. Tägliche Ausgabe außer Montags. EinrückungSgebühren: 6 kr. für die ganze, 3 kr. für die gespaltene Zeile.

Ueberblieke der GreigmM im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.

Frankfurt, 16. August. Die orientalische Frage und AlleS, was sich daran knüpft, beschäftigt fortwährend die Cabinette und die Presse, die fieberhafte Spannung, mit der man Anfangs die schnelle Lösung erwartet hatte, ist übrigens endlich allseitig ruhigerer Ueberlegung und Einsicht gewichen, man hat einsehen gelernt, daß die Ge­schichte nicht den phantastischen Ideen romantischer Heißsporne folgt, sondern ihren sichern, gemessenen Gang, Schritt für Schritt geht. So ist der gründlichen Erwägung jetzt freierer Spielraum gestattet, und die Presse hat Muse die einzelnen Faktoren des großen Kam­pfes ruhig zu beleuchten.

Nach übereinstimmenden Mittheilungen aus Paris soll neuerdings ein Traktat zwi­schen Spanien und den Westmächten abgeschlossen worden sein, wodurch das Cabinet von Madrid die Verpflichtung übernommen, ein Truppencorps von 30,000 Mann nach der Krim zu senden. Die Angelegenheit sei allerdings ohne Mitwirkung deS Don Fran- zesco erledigt, der seine Hoffnung allein nach Rußland gesetzt und diesen Schritt mit großer Mißbilligung ausgenommen habe, dann aber durch General Espartero sich habe überzeugen lassen, daß hier ein fait accompli vorliege, an welchem der Widerstand der Cortez wirkungslos scheitern würde. Die Wahrscheinlichkeit dieses Gerüchtes hat so we­nig für sich, daß an ihrer Stelle die Frage der Möglichkeit zur Erörterung kommt. Setzen wir, ohne uns von dem Standpunkt beschränken zu lassen, in welchem sämmtliche Versionen Übereinkommen, den Fall, daß der Vertrag durch beiderseitige freie Ueber» einkunft zu Stande gekommen ist und forschen wir nach den Interessen, die dabei aus­geglichen sein könnten, wir gestehen, bei dieser Untersuchung leer ausgegangen zu sein. Der Conflikt im Orient liegt Spanien so fern, daß das Opfer einer Mobilisirung von 30,000 Mann nur als eine Maßregel im Interesse der inneren Politik Spaniens er­klärlich wäre. Man könnte annehmen, daß die gegenwärtige Regierung Spaniens in Folge der Bedrängniß, in welche sie sich durch die Unzuverlässigkeit ihrer Truppen ver­setzt sieht, auf den Gedanken gekommen wäre, durch einen Anschluß an die Westmächte sich Vollmacht zur Anwerbung eines neuen Truppencorps zu verschaffen, dessen Tüchtig­keit zur Niederhaltung des revolutionären Geistes eine Feuertaufe bedingt, so daß seine