Intelligenz-Blatt der freie« Stadt Ksakfart, verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden, und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.
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(Expedition: am Geistpförtchen, SchlachchauSgaffe 21.)
M 190. Dienstag , den 14. August 1855.
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Ueberblirke -ex Ereignisse im GebisLs -er poiitischerr und materiellen Interessen.
Frankfurt, 14. August. Die Stockung der kriegerischen Thätigkeit vor Sebasto- pol veranlaßt uns, auf die Parlamentsverhandlungen der letzten Tage näher einzugehen, welche vielleicht geeignet sind, einen Fingerzeig über das zu geben, waS demnächst zu erwarten ist. Zufolge des Laing'schen Antrags, der dahin ging, daß Lord Clarendon dem Hause die auf die Verwerfung der österreichischen Friedensvorschläge bezügliche diplomatische Correspondenz mit Frankreich vorlegen möge, entspann sich eine Debatte, in welcher Gladstone behauptete, Frankreich habe zuerst und mit Hast die österreichischen Friedensvorschläge verworfen, dieDrouyn de l'Huys mit sich heimbrachte und von denen er mit Freude feinem kaiserlichen Herrn verkünden konnte, daß auch Lord John Russel und damit das ganze englische Cabinet ihnen beistimme; England sei dann erst langsam und von Rücksichten auf die Aufrechihaltung seiner Allianz bewogen, dem kühnen Entschlusse Frankreichs, die letzte Brücke zum Frieden mit Rußland abzubrechen damit zugleich auf den Beistand Oesterreichs zu verzichten, gefolgt. Die so ausgesprochene Abhängigkeit Englands von Frankreich ist eine Thatsache, welche vor jener Erklärung die öffentliche Meinung Europas längst herausgefühlt hat; ihr Grund liegt vor âer Augen. Sie mußten zunehmen, je mehr in dem Krieg gegen Rußland Seestreitkräfte als wirkungslos und große Landheere als unvermeidlich sich herausstellten., Da die Engländer durch ihre eigenthümlichen Institutionen verhindert sind, aus dem eigenen Volke in demselben Verhältniß wie Frankreich die Streiter herauszuziehen, so haben sie durch das sardinische und türkische Contingent, durch Fremdenlegionen aus allen Nationen diese Lücke auszusüllen gesucht. Eben jetzt scheint in diesen Beziehungen ein Wedepunkt, cingetreten zu sein. Durch die republikanische Aufregung in Genua, die Unruhen auf der halbwilden Insel Sardinien, veranlaßt durch den Steuerdruck und den Widerwillen der jungen Soldaten, nach der Krim abzugehen, wird die sardinische Regierung immer dringender an die Nothwendigkeit erinnert, so viel militärische Kräfte im eigenen Hause zu behalten, um dieser Unruhen Herr zu werden, zumal da einzelne Landestheile auch durch die Ercommunication in Aufregung versetzt sind.