Intelligenz-Blatt der freien Stadt Kankfurt, verbunden mit dem Anitsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden, und den Frankfurter Nachrichtm als Extrabeilage.
(Expedition: am Geistpförtchen, SchlachthauSgasse 21.)
M 184. Dienstag, den 7. August 1855.
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Ueberblicke der Ereignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.
Frankfurt, 7. August. Seitdem es als ausgemacht gilt, daß der Krieg in diesem Jahre nicht zum Ende gelangt, zieht um so mehr der Ausfall der westeuropäischen Ernte'die öffentliche Aufmerksamkeit auf sich. Wir stellen deßhalb die Ergebnisse der Ernteberichte nach den Hauptländern zusammen. Aus London schreibt man am 30. Juli: Trotz der Nässe, welche viel Weizen und Gerste gelegt hat erwartet man, daß die Menge deS neuen Getreides, dessen geringe Beschaffenheit überragen wird, daher die Preise beständig im Weichen sind. In Schottland war im Allgemeinen das Wetter den Saaten günstig; in Irland zeigte sich einige Besorgniß wegen der anhaltend regnerischen Witterung, wodurch sich viel Weizen und Gerste gelagert hatte. Auch von Süden tauchten Klagen über die Rückkehr der Kartoffelkrankheit auf, obgleich die Ernte dieser Frucht im Allgemeinen befriedigend ausfallen soll. Aus Frankreich liegt noch kein Gesammtbericht vor, doch scheinen die früheren Befürchtungen sehr gehoben zu sein. Aus dem Elsaß insbesondere hört man, mit den Wahrnehmungen unserer Oekonomen im Wesentlichen übereinstimmend, daß daS Stroh einen großen Ausfall zeigt, daß die Qualität des Getreides sehr gut, die Quantität eine mittlere ist, und die Kartoffelkrankheit nur in sehr geringem Grade auftritt. Aus Köln schreibt man am 30. Juli: Die Meinungen über das Ergebniß der Ernte sind noch sehr widersprechend und wir finden hierin den Hauptgrund zu der momentanen MuthloWeit an den bedeutendsten auswärtigen Märkten, in Holland sind die Preise selbst herabgegangen. Dagegen meldet ein Brief aus Bonn vom 28. Juli in der Köln. Ztg. folgendes: Die Ernte des laufenden Jahres ist für unsere rheinischen Gegenden kaum als eine mittlere zu veranschlagen. Der Roggen vermag kaum den Durchschnitt eines befriedigenden Ertrags zu liefern. DaS Stroh ist bei ihm, wie bei allen Körnerfrüchten, zurückgeblieben, während die Frucht selbst an Schwere und Auörundung die des letzten Jahres übertrifft. Weizen und Wintergerste befriedigen nur, wenn man sie mit den Mangelernten der letzten Jahre vergleicht. Die Sommerfrüchte, Gerste und Hafer, lassen sich gut an. Die Oelfrüchte entsprechen im Allgemeinen den Erwartungen. Das Beste