Intelligenz-Blatt
Ser freien Stadt Makstrt, verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden, und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.^ ^
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(Erpedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgasse 21.)
M 182. Samstag, den 4. August 1855.
Abonnementöpreis für'S halbe Jahr 2fl 30kr. Tägliche Ausgabe außer Montags.
Einrückungsgebühren: 6 kr. für die ganze, 3 kr. für die gespaltene Zeile.
Berichtigung. In der gestrigen Nummer 1S1 des Jntelligenzblatts ist der Titel der „Zweiten Beilage" irr- thttmlich als dritte Beilage bezeichnet worden, welches hiermit berichtigt wird.
Ueberblicke der Ereignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.
Frankfurt, 4. August. Im December dieses Jahres hat bekanntlich eine Zollvereinszählung auch in unserer Stadt stattzufinden. Von Seiten der statistischen Abtheilung des hiesigen Vereins für Geographie und Statistik wird diese Gelegenheit benutzt werden, das vorliegende Material über die Bevölkerungsverhältnisse von Frankfurt um interessante Angaben zu vermehren. Herr Geh. Rath Biersack hat in seinem am 21. März d. J. gehaltenen und so eben bei F. B. Auffarth erschienenen Vortrag: „Einige Worte über die Statistik im Allgemeinen und über die Statistik von Frankfurt insbesondere" über diesen Gegenstand sich folgendermaßen ausgesprochen. Zu den interessantesten statistischen Ermittelungen gehören die Bevölkerungsverhält- nisse. Man hat sich bisher in vielen Ländern auf eine Kenntnißnahme von ihrer Bewegung beschränkt: Erforschungen deS Zustandes der Bevölkerung in Beziehung auf Beschäftigung und wirthschaftliche Verhältnisse haben nur in unbedeutenderem Maße stattgefunden. Bezüglich des Verhältnisses der Geborenen, der Sterbfälle und der neuen Ehen zu der Zahl der Lebenden sind in vielen Orten und Staaten die Ermittelungen mangelhaft. Es wäre in mancher Beziehung sehr zu wünschen, daß die Lebenden bei den Bevölkerunaszählungen nach ihrem Lebensalter notirt werden möchten, dergestalt, daß die Gesammtzahl der Bevölkerung nach angemessen zu wählenden Intervallen in einer bestimmten Zahl von Altersklassen dargestellt werden könnte. Bis jetzt sind aber derartige Zusammenstellungen nur in seltenen Fällen bearbeitet und veröffentlicht worden. Endlich sind Ermittelungen in größerem Maßstabe als bisher erforderlich, um über den Einfluß der Beschäftigungen auf die Lebensdauer genügendes Material zu sammeln.