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freit« Stadt /reukfuri,

mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen StaatS-

und den Frankfurter Nachrichten als Ertrabeilage

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nl: am Geistpförtchen, SchlachthauSgasse 21.)

^ 178.

Dienstag, den 3t Juli 1855.

Abonnementspreis für's halbe Jahr 2(130fr. Tägliche Ausgabe außer Montags. Einrückungsgebühren: 6 kr. für die ganze, 3 kr. für die gespaltene Keile.

Keberblicks der CrergmUe im Gebiete der politischen und materieLlen Interessen.

Frankfurt, 31. Juli. Die Anzeichen mehren sich, daß man in und außerhalb Sardiniens die Theilnahme am Krimfeldzuge mit andern Äugen zu betrachten beginnt, als zur Zeit, in welcher die Kammern enthusiastisch sich dafür auöfprachen, ganz beson­ders aber, seitdem so viele tapfre Piemontesen ohne Kampf einem rühmlosen Tode durch Seuchen erlegen sind und daS Nachschickett von ErgänzüngStruppen sich immer gebiete­rischer geltend macht. Die Betrachtungen, welche die „ostdeutsche Po st" darüber anstellt,' mögen unter diesen Umständen nicht ohne Interesse sein. Das genannte Wiener Blatt sagt darüber im Wesentlichen Folgendes: „Warum sandte Sardinien den Kern seines Heeres auf die Todesfelder der Krim? Die Antwort: „Im Interesse der Civilisation" war doch nur eine schöne Redensart. Auch die Berufung auf die taurischen Erinnerungen Genuas ist nur eine romantische Illustration des ziemlich abenteuerlichen FeldzugS. Selbst , die schwungvolle Behauptung, Sardinien habe sich den Alliirten angeschlossen, damit in einem großen europäischen Kämpft daS Banner Italiens nicht fehle, erklärt nicht alles. Die Geschichte erklärt die Handlungsweise Sardiniens. Piemont hat nie in der Neu­tralität seinen Vortheil gesucht, in allen großen Kämpfen hat es Partei genommen, bald hier, bald dort, oft hat es in ein und demselben Kampfe mehrmal die Partei ge­wechselt, stets lediglich, wie es der eigne Vortheil erheischte. Diese Politik ist für Pie­mont in der That vortheilhast gewesen, es ist aus jedem der früheren Kämpfe größer hervorgegangen. Man darf also als gewiß vorausWen, daß Sardinien auch jetzt nicht aus der Konsequenz gefallen, daß es nicht lediglich von einer Gefühlspolitik geleitet sei, daß es nebst den Ideen der Civilisation und der nationalen Ehre praktisch auch greif­bare Vortheile im Auge hat. Worin sollen aber diese Vortheile bestehen? — Das ist das verhängnißvolle sardinische Fragezeichen bei der orientalischen Frage. Nach welcher Seite hin Sardinien nach Vortheil ringt, ist seit langen Jahren bekannt genug. D i è sardinische Politik strebt allerdings nach Osten, aber ihr Orient ist sehr nahe und Rußland liegt weit hinter dem Horizont desselbek. — Nach der andern Seite hin mußte man fragen warum haben die Weltmächte, zumal Frankreich, so eifrig