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Intelligenz-Blatt der freien Stadt Kasksurt, verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staats­behörden, und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.

(Erpedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgasse 21.)

M 174. Donnerstag, den 26. Juli 1855.

Abonnementspreis für's halbe Jahr 2fl30fr. Tägliche Ausgabe außer Montags. Einrückungsgebühren: 6 kr. für die ganze, 3 kr. für die gespaltene Zeile.

Ueberblicke der Ereignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.

Frankfurt, 26. Juli. Alle Nachrichten stimmen darin überein, daß die deutsche Auswanderung, nachdem sie im verflossenen Jahre ihren Höhenpunkt erreicht, in bedeutendem Nachlaß begriffen sei. Nichts destoweniger bleibt sie ein so wichtiges Ele­ment, daß einige Betrachtungen darüber an ihrem Platz sein werden. Als Ursache der­selben wurde häufig die Uebervölkerung angeführte Daß dieser Satz allgemein nicht richtig sei, ergibt sich aus folgender Zusammenstellung. Im Jahre 1844 und 1845 war das Verhältniß der Einwohnerzahl zur Auswanderung in den 8 Regierungsbe­zirken von Rheinland und Westfalen folgendes: Einwohner auf die Geviertmeile: Auswanderer:

Düsseldorf 8660 . 179,

Köln 6428 '..... 656,

Aachen 5214 . . . . . . 200, Minden 4723 ....... 957, Koblenz 4468 . 1495, Arnsberg 3924 . . . . . 706, Trier 3648 ....... 1022, Münster 3138 . 1238.

Diese Uebersicht zeigt, wie wenig beide Verhältnisse Hand in Hand gehen, wie sehr daher die Bodenbeschaffenheit und besonders die Beschäftigung der Bewohner zu be­rücksichtigen ist. Aus dieser letzten Rücksicht folgt der Satz, daß die Verwendung des Ueberschuffes der Bevölkerung auf einem Felde der Volksthätigkeit, daS noch nicht abge­nutzt ist, allein sichere und dauernde Abhülfe gegen Uebervölkerung bietet. Da nun die Erfahrung bewiesen, daß in den zur Auswanderung überhaupt vorzugsweise beisteuern­den Ländern Europas es die vorherrschend ackerbautreibenden Landestheile sind, die an relativer Uebervölkerung leiden, so liegt das Mittel zur Abhülfe dagegen in einer rationellen Verwendung der überflüssigen Arbeitskräfte zu industriellen Unter­nehmungen. Unter „rationell" verstehen wir hier die gehörige Combination der Men-