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Intelligenz-Blatt

der freien Stadt Frankfurt, /^T^.

verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staats- behörden, und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.^ ^^^ i

(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgasse 21.)

Jg 166. Dienstag, den 17. Juli 1855.

AbonnementSpreiS für's halbe Jahr 2 fl 30 fr. Tägliche Ausgabe außer Montags.

Einrückungsgebühren: 6 kr. für die ganze, 3 fr. für die gespaltene Zeile.

Ueberblicke der GreignMe im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.

Frankfurt, 17. Juli. Die „Augsburger Allgemeine Zeitung" bringt einen fast gleichlautenden Artikel mit einem unserer jüngsten Ueberblicke, den wir, da er unsere Ansichten fast wörtlich wiedergibt, unsern Lesern nicht vorenthalten wol­len. Er lautet: „Der erste Napoleon auf dem Höhepunkte seiner Größe mit einem Heer von mehr als eine Million Soldaten, hatte als stärkstes Budget jährlich 650 Mil­lionen. Das heutige Budget Frankreichs ist 1700 Millionen, und Napoleon Hl. hat etwa halb so viel Soldaten unter den Waffen. Wir beleuchten die Zahlen hier wesent­lich aus dem finanziellen und nationalen Gesichtspunkte, und haben nicht in die Frage einzugehen, welche andere Hülfsmittel als sein regelmäßiges Budget dem ersten Kaiser zu Gebot standen. Zu dem Budget von 1700 Millionen kommen die Anleihen, erst 250, dann 500 Millionen, jetzt ein drittes von 750 Millionen. In Zeit von an­derthalb Jahren haben die Bedürfnisse der Regierung die Vorausgaben von (1700 + 250 + 500 Mill. —) 2 Milliarden 450 Millionen Franken erheischt. Diese Veraus- Ä erneuert sich vermittelst der frischen Anleihe, und es wäre gewagt zu versichern, nächstes Jahr geringer sein könne. Erst Anleihen dann Steuererhöhung. An die Grundsteuer war es kaum möglich zu rühren, sie steht bereits auf einer Höhe, die an das Unerschwingliche reicht. Es bliebe also nichts übrig, als die indirekten Steuern zu vermehren, ein Schritt der bedenklichsten Natur, und für den die unvermeidlichste Nothwendig­keit obgewaltet haben muß. Bedenklich ist er, weil diese Steuer vorzugsweise die arbeitenden und untern Classen betrifft, durch ihre allstündliche Wiederholung immer von neuem die Wunde aufreißt und zu bittern Bemerkungen über die moralische Ungleichheit ihrer Ver- theilung Anlaß gibt, und das bei einem Theil der Bevölkerung, welchem die Regierung am mindesten Ursache zur Unzufriedenheit geben zu wollen schien. Allerdings konnte dieser Schritt scheinbar vermieden oder bemäntelt werden. Man brauchte nur, statt 750, gleich 1000 Millionen aufnehmen und die aus den indirekten Steuern zu erzielenden Mittel zur Zinszahlung aus einem Theil der Anlehensumme selbst schöpfen. Wahr-