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Intelligenz-Blatt der freien Sindt Frankfurt, ,^2 verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staats- behörden, und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.?!

(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgasse 21.) ^^U^

M 162. Donnerstag, den 12. Juli 1855.

Abonnementspreis für's halbe Jahr 2 fl. 30fr. Tägliche Ausgabe außer Montags.

Einrückungsgebühren: G fr. für die ganze, 3 fr. für die gespaltene Zeile.

Ueberblicke der Ereignisse im Gebiete -er politischen und materiellen Interessen.

Frankfurt, 12. Juli. Wir haben in unseren auch den materiellen Interessen gewidmeten Uebersichten heute einen wichtigen Gegenstand zu berühren, nämlich das Verhältniß des französischen zum deutschen Eisenbahnsystem. Aller­dings ist Deutschland an Meilenzahl Frankreich vorausgeeilt, durch die inneren Zerwürf­nisse, welche in Frankreich mehrere Jahre hindurch die weitere Entwickelung der Schie­nenwege aufhielten, dagegen zeigt sich die auffallende Erscheinung, daß die französischen Bahnen weit höher sich rentiren, als die deutschen, mit Ausnahme weniger Linien, wie der Ferdinands-Nordbahn, der Leipzig-Magdeburger, Leipzig-Dresdener, Berlin-Stettiner, Cöln-Mindener, Ludwigöhafen-Berbacher re. Schon diese Namen zeigen den Grund dieser Erscheinung auf, denn diese bilden Theile großer Linien. Der Fehler der deutschen Bahnen ist, daß sie kein System, sonder ein Netz bilden. Es ist daran nicht nur die Vielheit der Staaten, sondern auch die Bodenbeschaffenheit Schuld. DaS innere System Frankreichs ist von möglichster Einfachheit; es gilt nur, die Häfen des atlantischen mit denen deS Mittelmeeres über Paris zu ver­binden, und so ergeben sich von selbst die Schienenwege, welche von Dünkirchen, Ca­lais, Boulogne, Dieppe, Havre, Bordeaux, Bayonne in Paris zusammenfließen und von Paris über Lyon in Marseille und Toulon ausmünden. Sie bilden die kürzeste und bequemste Verbindung zwischen den Häfen des atlantischen und Mittel­meeres und Dampfschiff und Dampfwagen heben und stützen sich gegenseitig, der Export und die Fabrikation entwickeln sich immer riesenhafter. Das äußere System Frank­reichs kann sich bis jetzt auf die belgischen, deutschen und schweizerischen Linien beschrän­ken. — Welche Schwierigkeiten stellen sich dagegen einer ähnlichen Verbindung der deutschen Ost- und Nordseehäfen mit denen des Mittelmeeres entgegen! Vor Allem gehört zu Deutschland nur ein Mittelmeerhafen, Triest, der durch eine Mauthlinie vom Zollverein und durch rauhe Berge vom Hinterland getrennt ist. Um Genua zu errei­chen, bedürfen wir der Mitwirkung der Schweiz und Sardiniens. Zwar reichen Eisen-