Intelligenz-Blatt der freien Stadt Kaukfurt, ^^ verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staats- behörden, und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.»
(Expedition: am Geistpförtchen, SchlachthauSgasse 21.)
^ 158. Samstag, den 7. Juli 1855.
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tteberblirke der Ereignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.
Frankfurt, 7. Juli. Die Verhandlungen, welche am 26. Juni in dem britischen Oberhause stattgefunden haben, find überaus wichtig für die Stellung der Westmächte zu Oesterreich und reich an Aufklärungen über diese dunkle Partie gewesen. Der frühere torystische Lordkanzler Lyndhurst erging sich in den bittersten und ungerechtesten Beschuldigungen und Anklagen gegen das Kaiserreich. Er behauptete sogar, daß Oesterreich, statt die ihm dargebotene Gelegenheit zur Wahrnehmung seiner Rechte und Interessen zu benutzen, thatsächlich seinen Entschluß erklärt habe, neutral zu bleiben, woraus man nicht umhin könne, zu folgern, daß es im geheimen Einverstand- niß mit Rußland stehe. DieGrundlosigkeit dieser ungerechten Anschuldigungen wies der Minister des Auswärtigen, Lord Clarendon, in einer langen geistvollen Rede dre Oesterreich vertheidigte, nach. „Wir haben zwar geglaubt, sagte Lord Clarendon, daß die Wiener Conferenzen uns entweder den Frieden herbeiführen oder uns die Mitwirkung Oesterreichs sichern würden. Wir betrachteten dieß Bündniß als vortheilhast, haben aber niemals sehr darauf gerechnet; und schon im Januar schrieb der damalige Kriegsminister, Herzog von Newcastle, an Lord Raglan, daß er sich auf die Wahrscheinlichkeit einer Allianz mit Oesterreich keine Rechnung machen dürfe, und daß jedenfalls um sie zu gewinnen, große militärische Erfolge erforderlich seien. Aus der angeführten Depesche geht die Ungerechtigkeit von Lyndhursts Anschuldigungen hervor. Aber noch andere Gründe führt Clarendon für seine Ansicht an, daß damals, bei dem Abschlusse des Decembervertrags, Oesterreich vollkommen loyal verfahren sei, nämlich die große kostspielige, bei den bekannten Finanzverhältnissen des Kaiserstaats um so reiflicher zu überlegende' Vermehrung des eben erst reducirten Heeres nach der Kriegserklärung der Westmächte, welche Erhöhung ganz zu umgehen war, wenn Oesterreich nicht die Möglichkeit eines aktiven Vorgehens im Sinne hatte, sodann die Aufforderung an die Westmächte, KriegScommissäre ins galizische Lager zu schicken und endlich die kaiserlichen Glückwünsche, welche telegraphisch nach Paris und London wegen der ersten Ersolge in