Intelligenz-Blatt der freien Stadt /rankstrt, verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden, und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.
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(Expedition: am Geistpförtchen, SchlachthauSgasse 21.)
^ 156. Donnerstag, den 5. Juli 1855.
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Ueberblieke der Ereignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.
Frankfurt, 5. Juli. Die Reduktion der österreichischen Armee liefert den Beweis, daß die österreichische Regierung gegenwärtig wohl schwerlich die Möglichkeit eines Krieges gegen Rußland in diesem Jahre vor Augen hat. Es ist somit ein Ereigniß eingetreten, auf welches wir stets hinwiesen, wenn wir die Behauptung aufstellten, daß die Verzichtleistung Rußlands auf die Schutzherrschaft in den beiden Fürstenthümern und Gewährung der freien Donauschifffahrt das Wiener Cabinet vollkommen befriedigen würde. Jetzt preisen sämmtliche Wiener Zeitungen die Verringerung der Armee als eine staatsmännische Maßregel, nachdem durch die „drohende Haltung Oesterreichs" Rußland zu diesen bedeutenden Concessionen bestimmt worden sei. Es ist aber allgemein anerkannt, daß diese Erfolge nur erreicht wurden, nachdem Preußen im Aprilvertrage die Garantie der österreichischen Besitzungen übernommen hatte, nachdem Preußen und der Bund für die ungefährdete Sicherheit Oesterreichs in denDonaufürstenthümern Bürgschaft leisteten, und dadurch dem Wiener Cabinet die Möglichkeit gewährten, auch jetzt noch jene Landstriche besetzt zu halten, obgleich eine Uebereinstimmung mit den Westmächten über die zu ergreifenden Maßnahmen nicht mehr vorhanden ist. Sollte Oesterreich zu den Waffen greifen, nur um statt des russischen UebergewichtS im schwarzen Meere Englands Herrschaft zu begründen? Nimmermehr, denn gegen Rußland kann Oesterreich seine Rechte als Landmacht vertheidigen, Englands Uebermuth bleibt stets ungestraft. Selbst eins englischer Minister gesteht jetzt im Parlament, daß der Hohn in der Presse und der Landesvertretung gegen einige Staaten des Continentes alles Maß des Anstandes überstiegen habe. Dazu kommt, daß Rußland zur Aufrechthaltung der in den beiden ersten Garantien gemachten Zugeständnisse, welche ganz besonders die deutschen Interessen berühren, sich vertragsmäßig verpflichten will, Oesterreich also um so weniger Grund zur Besorgniß eines Verlustes seines Gewinnes in der orientalischen Frage hätte. Graf Buol will indessen den sichern Weg gehen, Preußen und den deutschen Bund zur Uebernahme von Garantien nicht bloö für die Erfüllung