Zntellige
der freien Stadt e......., , verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden, und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.
(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgasse 21.)
M 152.
Samstag, den 30. Juni
1855.
Abonnementspreis für's halbe Jahr 2flL 30 tr. Tägliche Ausgabe außer Montags.
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Ueberblicke der Ereignisse im Gebiete der politischen un- materiellen Interessen.
Frankfurt, 30. Juni. Wir haben schon neulich mit Besorgniß den immer erbitterteren Charakter hervorgehoben, den der Krieg anzunehmen beginnt. Das Ereigniß von Hangö, welches bis jetzt nur auf „ eines Mannes Rede" beruht, ist in einer sehr aufreizenden Weise benutzt worden. Eine kundige militärische Feder hat jüngst in der „Allg. Ztg." nachgewiesen, daß die Engländer mit größter Nichtachtung des für Parlamentäre gültigen Verfahrens bei ihrer Landung vorgegangen sind und an die Thatsache erinnert, deren alle englischen Blätter sich berühmt, daß ein englisches Schiff unter dem Vorwand, Depeschen abzugeben, in den Hafen von Sebastopol unter Parlamentärflagge eingedrungen ist und die Zeit benutzt, eine Zeichnung der Festungswerke aufzunehmen. Gegen die daran geknüpften Declamationen von specifisch-russischer Barbarei darf man wohl daran erinnern, daß der jetzige Oberbefehlshaber Pelissier seiner Zeit in den Daharah - Grotten Algeriens einen ganzen Kabylenstamm mit Weib und Kind zu Tode geräuchert. Man darf auf die Einzelheiten verweisen, welche die englischen Blätter selbst über den Zug ins asow'sche Meer, die Plünderung von Kertsch, die Verbrennung von Taganrog rc. bringen, um den alten traurigen Satz zu erhärten, daß ein dauernder Krieg verwildernd wirkt auf Menschen jeder Nationalität und jeder Bildungsstufe. War es nun in Wien nicht möglich, die vier Punkte, welche im europäischen Interesse aufgestellt, principiell angenommen und theilweise bereits formulirt waren, als Friedensbasis durchzusetzen, so drängt sich die Ueberzeugung auf, daß, wie auch der Gang der Kriegsereignisse sich gestalte, die Schwierigkeiten unberechenbar sich vermehren müssen, wenn an deren Stelle die Privatforderungen Englands und Frankreichs treten würden. Gingen die Ansprüche der Regierungen schwerlich so weit, wie die Lucubrationen der englischen Presse, welche bereits die Krim und die Alandsinseln verschenken, ist doch auf der andern Seite der Gang des Krieges selbst zu minderen Forderungen nicht ermuthigend, da er bis jetzt nicht geeignet ist, die russische Regierung zu beugen. Die Times zwar hegt, in dem Augenblick, wo der zweite Seezug in die Ostsee nach aller Erfahrenen Urtheil noch hoffnungsloser sich gestaltet,