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Intelligenz-Blatt der freien Stadt Frankfurt, verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staats­behörden, und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.^

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(Expedition: am Geistpförtchen, SchlachthauSgasse 21.)

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JS 150. Donnerstag, den 28. IM 1855.

AbonnementSpreis für's halbe Jahr 2 9 30 fr. Tägliche Ausgabe außer Montags.

Einrückungsgebührcnt 6 fr. für die ganze, 3 fr. für die gespaltene Zeile.

Ueberblicke der Ereignisse im Gebiete -er politischen # un- materiellen Interessen.

Frankfurt, 28. Juni. Die Nachrichten vom Kriegsschauplatz drängen sich, aber je schneller sie kommen, desto unklarer werden sie. So heißt es jetzt, Anapa sei von den Russen wieder besetzt. Es war noch nicht aufgeklärt, warum diese wohlbesetzte rus­sische Feste die gegen Land und Meer gleich starke Fronten bietet, von den Russen auf­gegeben und den Tscherkeffen überlassen worden, und ebensowenig ist eS erklärlich, daß die Russen bei Kars geschlagen sein sollen, da nach allen Nachrichten, welche man den Winter über von dem Zustande des türkischen Heeres erfuhr, sie ihren Gegnern weit überlegen sein mußten. Perekop, das neulich so im Vorüberfahren genommen sein sollte, wird immer stärker befestigt und besetzt; die „Gewinnung der Tschernajalinie" stellt sich jetzt alS eine gelungene Recognoscirung heraus. Leider scheint der Krieg einen immer erbitterteren Charakter anzunehmen, wofür von der einen Seite die Verbrennung frem­den Privateigenthums in Mariupol und Taganrog und die Plünderung des Museums in Kertsch, auf der andern Seite das von russischer Seite in Abrede gestellt, aber von England fortwährend behauptete Ereigniß bei Hangö mit dem Boot des „Cossak" spricht. Die furcht­baren Verluste bei entscheidungslosen Kämpfen, welche für den Kampf um den grünen Hügel am 7. und für den Sturm auf den Maläkoffthurm am 18. auf 10,000 Mann Verbündete angeschlagen werden, müssen aufreizend wirken. Die russischen Garden be­wegen sich aus Polen nach der Krim, da die Verminderung des österreichischen Heeres sie von der Nothwendigkeit der Grenzwache befreit. Diese Verminderung ist auf 180,000 Mann bestimmt und jüngst durch das Armeeverordnungsblatt, welches nur in die Hände der Betheiligten kommt, bekannt gemacht. Man hat österreichischer Seits diese Maßregel vielfach als eine „Beurlaubung" bezeichnet. Die Sache wird dadurch nicht geändert, denn „ob entlassen" oder „beurlaubt" — in beiden Fällen kehrt der Sol­dat in seine Heimath und zu seinen bürgerlichen Verhältnissen zurück und in beiden Fällen kann ihn das Wort seines Kaisers wieder zur Fahne berufen. Rußland faßt, indem es seine Grenze entblößt, diese Maßregel offenbar in einem ihm günstigen Sinne auf, und so liegt die Vermuthung nahe, daß Oesterreich, indem es die Ver-