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Intelligenz-Blatt der freien Stadt Kaakfurt, /|T^ verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staats- behbrden, und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.» ,

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(Erpedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgasse 21.)

M 148. Dienstag, den 26. Juni 1855.

Abonnementspreis für's halbe Jahr 2fl.30 fr. Tägliche Ausgabe außer Montags.

Einrückungsgebühren: 6 kr. für die ganze, 3 kr. für die gespaltene Zeile.

Ueberblicke der Ereignisse im Gebiete der politischen nn- materiellen Interessen.

Frankfurt, 26. Juni. Es hängt mit den social-humanen Bestrebungen unsrer Tage aufs Innigste zusammen, daß man den krankmachenden Schädlichkeiten, welche den einzelnen Beschäftigungsweisen anhangen, eine große Aufmerksamkeit widmet und sich bemüht, Mittel zur Minderung ihrer Wirkungen aufzuftnden. Ganz dieselbe Richtung verfolgen auch die Forschungen, welche den Wirkungen dieser Schädlichkeiten nachgehen in ihren Resultaten, d. h. in der Lebensdauer der einzelnen Stände. Dr. Escherich hat in seiner auf 15,730 im Jahre 1852 gleichzeitig lebende Personen (Aerzte, Geistliche, Leh­rer, Forst - und Justizbeamte von Bayern) begründeten Schrift: „Hygienisch-statistische Studien über die Lebensdauer verschiedener Stände," Würzburg 1854, den Weg einge­schlagen, das noch dauernde Leben zur Grundlage zu nehmen; dagegen Hat Dr. de Neufvi l le in seiner dahier erschienenen, bereits in unserer T a g esgeschi cht e erwähnten Schrift: „Lebensdauer und Todesursachen 22 verschiedener Stände und Gewerbe nebst vergleichender Statistik der christlichen und israelitischen Bevölkerung Frankfurts", mit 23 sta­tistischen Tabellen, den sicheren Weg erwählt, das bereits abg eschlossene Leben zu Grunde zu legen, wozu ihm die mit musterhafter Genauigkeit geführten Civilstandsbücher reiches Ma­terial boten. Ist dieses auch bei der Kleinheit unsres Gemeinwesens an Zahlen weit geringer, als das von Escherich bearbeitete, so hat unser Verfasser dagegen den Vortheil, eine un­ter gleichmäßigeren städtischen Verhältnissen lebende Bevölkerung allein in den Kreis seiner Betrachtung zu ziehen, und jedenfalls ist ein Rahmen gewonnen, der später weiter aus­gefüllt werden kann. Das, was wir „Gefahren der Statistik" nennen möchten, daß man nämlich aus Mangel an Umsicht oder Erfahrung wichtige, oft nirgends angedeutete Verhältnisse übersteht und so zu ganz falschen Ergebnissen gelangt, ist besonders reichlich in Frankfurt vorhanden; der Verfasser hat diese Klippen in der Vorrede besprochen und so bewiesen, daß er sie kannte und zu vermeiden weiß. — So weit unser Raum erlaubt, wollen wir einzelne Notizen aus der unsere Stadt betreffenden Schrift mitthei­len. Am günstigsten stellt sich das Lebensverhältniß der Geistlichkeit mit 65 Jahren 11