Einzelbild herunterladen
 

Intelligenz-Blatt

ter freies Stadt Frankfurt, verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staats­behörden, und den Frankfurter Nachrichten als Gratisbeilage.

---*x>S®®««*---

(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgaffe 21.)

J£ 144. Donnerstag, den 21. Juni 1855.

AbvnnementSpreis für's halbe Jahr 2 fl 30 ft. Tägliche Ausgabe außer Montags. Einrückungsgebühren: 6 kr. für die ganze, 3 fv. für die gespaltene Zeile.

Neberblicke der GreiguMe im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.

Frankfurt, den 21. In ui. Die Ansicht, daß eine wesentliche Ursache der Min­dereinnahme der Zollvereinskaffe im Jahre 1854 die Höhe des an Hannover und Olden­burg zu zahlenden Präcipuums sei, ist völlig unbegründet, denn die Eingangszölle des Gteuervereins erreichten IS’Vss in Wirklichkeit die Höhe von 2,240,452 Thlr., eine Summe, welche durch die bloße Revenuentheilung des Zollvereins nach der Kopfzahl nicht gedeckt wird. Desgleichen ist bei der Beurtheilung der Höhe der Einnahmen des ehemaligen Steuervereins auS den Eingangszöllen von Zucker nicht zu übersehen, daß diese gar keinen Maßstab gewahren, weil Hannover und Oldenburg außerdem nicht nur an der gemeinschaftlichen Vertheilnng der Steuer vom Rübenzucker Theil nehmen, son­dern auch ein Präcipuum von % der ihnen dadurch zukommenden Summe erhalten. Ueberhaupt kann die bloße Grupp irung der in den Zollregistern enthaltenen Angaben unmöglich zu einer, die wahren Verhältnisse des Zollvereins berührenden Kritik führen. So ist die Voraussetzung, daß eine Herabsetzung der Zölle in vielen Fällen auch die Konsumtion steigere, begründet, obwohl Niemand geneigt sein wird, seine Suppe zu versalzen, aber die Annahme, daß deßhalb auch die Zolleinnahmen die frühere Höhe er­reichen, oder diese übertreffen müßten, nicht immer zutreffend. So brachten z. B. in Oesterreich im Durchschnitt von 18*'/4s 120,000 Centner Kaffee zu 21 fl. einen Zoll von 2,520,000 fl. Die Heruntersetzung des Zolles auf 12'A fl., also um 40 Procent, steigerte allerdings 184S/4 7 die Konsumtion auf circa 190,000 Centner, aber die Ein­nahme betrug nur 2,375,000 fl. Ein bedeutender finanzieller Ausfall war eingetreten. Im Steuerverein wurden durchschnittlich ISWso 90,117 Zollcentner Kaffee versteuert. Der damalige Steuersatz betrug 4 Thlr. 5 Sgr. für den hannoverschen Centner und weil dieser circa 6 Prozent leichter ist als der Zollcentner, 4 Thlr. 12 Sgr. pro Zollcentner. Der Anschluß an den Zollverein erhöhte den Caffeezoll auf 5 Thlr. pro Centner, also um 18 Sgr., waS auf das Pfund nicht viel über 2 Pfennige beträgt. Zn Preußen da­gegen trat dadurch eine Zollermäßigung von 17a Thlr. pro Centner ein. Nehmen wir nun an, daß im Steuerverein dieser geringen Erhöhung wegen keine Steigerung der