Intelligenz-Blatt
der freien Stadt Kackfurt, XÖ
verbunden mit dem Anitsblatt, Organ der hiesigen StaatS- behörden, und den Frankfurter Nachrichten als Gratisbeilage.» WÄi
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(Expedition: am Geistpförtchen, SchlachthauSgasse 21.)
M 142. Dienstag, den 19. Anni 1855.
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Ueberblicke der GreiHmsse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.
Frankfurt, den 19. Juni. Die Politik, welche Preußen in der orientalischen Angelegenheit beobachtet, hat in letzter Zeit bei ihren früheren Widersachern mehr Anerkennung gefunden. ES hat dazu einerseits die Wahrnehmung beigetragen, daß die Westmächte kein festes Ziel bei dem Kriege gegen Rußland verfolgen, andererseits die Erfahrung, daß Oesterreich, nachdem eS sich für Gegenwart und Zukunft unermeßliche Opfer aufgebürdet, (ein Deficit, das schon für den Zeitraum vom 1. November 1853 bis 31. October 1854: 1M Millionen betrug, dazu eine Vermehrung der Zinsen der Staatsschuld um 6 Millionen und eine Minderung der Staatseinkünfte um den Ertrag der Staatseisenbahnen) schließlich auch auf den Standpunkt der Kriegsbereitschaft angelangt ist, den Preußen und Deutschland nie verlassen hatte. In Beziehung auf diesen Umschwung der Gesinnung sind die Organe der Mittelstaaten beachtenswerth, welche seither unbedingt mit der österreichischen Politik gingen. „Dresdner Journal", „neue Münchner Zeitung", „würtembergischer Staatsanzeiger" und „Karlsruher Zeitung" geben deutlich der preußischen Politik den Vorzug. Die letztere insbesondere hat mit großer Schärfe den Gang der österreichischen Politik gezeichnet: „Oesterreich, das nach allerlei Wandlungen durch die Rücksicht auf seine Privatinteressen, die zufällig großenthcils mit den deutschen Zusammentreffen, auf den europäischen und deutsche»Standpunkt zugleich gedrängt wurde, nahm den Anlauf zu einer Kraftentwickelung, wie man sie ihm anfänglich kaum zugetraut hätte. Und doch hing auch an seiner Politik der Gedanke an die Action gleich einem Bleigewicht. Vor allen Dingen kam es ihm darauf an, seine eigne Stellung, welche denn doch bald zu Rußland in Widerspruch kommen mußte, so fest als möglich zu machen. Dazu dienten die Bündnisse, die nach allen Seiten in Gang gesetzt wurden, mit Frankreich-England, wie mit Preußen-Deutschland. Sv gelang es Oesterreich, auf die Linie der Doppelallianz oscellirend, jene herrschende Stellung zu erlangen, die ebenso gut für eine Partei- wie für eine Mittelstellung ausgegeben werden konnte