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Intelligenz-Blatt der freien Stadt Miksart, ^^

verbunden mit dem Amtsblatts Organ der hiesigen EtaatS- behörden, und den Frankfurter Nachrichten als Gratisbeilage.» ^fffiM

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(Erpedition: am Geistpförtchen, SchlachchauSgasse 21.)

J£ 140. Samstag, den 16. Juni 1855.

Abonnementspreis für's halbe Jahr 2fl 30kr. Tägliche Ausgabe außer Montags. Einrückungsgebühren: 0 kr. für die ganze, 3 kr. für die gespaltene Zeile.

Ueberblicke der Greignisfe im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.

Frankfurt, den 16. Juni. Der Bericht des königlich preußischen General­konsuls inNewyork enthält auch über die deutsche Auswanderung dahin während des verflossenen Jahres interessante Nachrichten. Die Zahl der Einwanderer belief sich im Jahr 1854 auf 323,746 Seelen, hat somit die deS Jahres 1853 ansehnlich überfliegen. Die deutsche Einwanderung besonders hat bedeutend zugenommen und die deS Jahres 1853 (119,498) um nicht weniger als 50 Prozent überstiegen, indem 179,648 Personen in Newyork angekommen sind, während die Einwanderer aller andern Nationen nur 154,098 zählten. An Klagen über schlechte Behandlung auf der Ueberfahrt, Uebervortheilung, Verlust des Gepäcks und Betrug der Wirthe und Makler hat es auch in diesem Jahre nicht gefehlt, gegründete Beschwerden aber kamen weniger häufig vor, und wurden haupt­sächlich von Leuten gemacht, die über Liverpool, Antwerpen und Rotterdam befördert worden waren. — Die durch die eingetretene Geld- und Handelskrisis hervorgerufene, beinahe allgemeine Unterbrechung der Bauten und öffentlichen Arbeiten, sowie die noth­wendig gewordene Verminderung der Arbeiter in vielen Fabriken hat einen Mangel an Beschäftigung für die Ankommenden zur Folge gehabt, unter welchem manche arbeits­lustigen Familien stark gelitten haben, so daß sie den Behörden der Stadt zur Last fal­len mußten, da es nicht möglich war, an Ort und Stelle Arbeit für sie zu finden, und die Mittel zur Weiterreise nach den westliche» Staaten: Michigan, Wisconsin rc. fehl­ten, wo wenigstens einiger Unterhalt für dergleichen Familien in Aussicht stand. Am meisten aber haben diejenigen armen Einwanderer zu leiden gehabt, die man unver­zeihlicher Weise so spät im Jahre von europäischen Häfen erpedirte, daß sie unmöglich vor Eintritt des Winters hier eintreffen konnten, denn, wenn es schon in den besten Zeiten schwer hält, während der Wintermonate Arbeit auf dem Lande zu finden, so ist dies begreiflich während einer Krisis wie die jetzige schwieriger, ja bei­nahe unmöglich; dazu kommt noch, daß die Reise ins Innere während des Winters bedeutend kostspieliger, länger und beschwerlicher ist. Nur zwischen dem 15. Februar