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Jntelligenz-Blatt

der freien Stadt Kanksott, /^^ verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staats- behörden, und den Frankfurter Nachrichten als Gratisbeilage-!

(Expedition: am Geistpförtchen, SchlachthauSgasse 21.)

^ 136. Dienstag, den 12. Juni 1855.

Abonnementspreis für's halbe Jahr 2 fl. 30fr. Tägliche Ausgabe außer Montags.

Einrückungsgebühren: 6 fr. für die ganze, 3 fr. für die gespaltene Zeile.

Ueberbliâ der Ereignisse im Gebiete -er politischen un- materiellen Interessen.

Frankfurt, den 12. Juni. Die in den verflossenen Tagen bekannt geworde­nen diplomatischen Actenstücke des preußischen und österreichischen Kabinets, liefern den Beweis, daß die erwartete Einigkeit der beiden Großmächte in der Auffassung der orien­talischen Frage und ihrer Behandlung gegenwärtig noch nicht eingetreten ist und nie­mals zu erwarten steht, wenn die österreichische Regierung in der Verkennung der Stel­lung und der Aufgabe Preußens beharrt. Mit einer seltenen Geheimnißthuerei werden seiner Regierung Verhandlungen des Grafen Buol mit den Westmächten vor- enthalten, dagegen zur Kenntn iß anderer deutscher Regierungen ge­bracht. Wenn nun dem russischen Cabinet wegen der bekannten Depesche an den Herrn v. Glinka bei Gelegenheit der Uebersendung der Circulardepesche vom 17. Mai an die Vertreter Oesterreichs, in dem an Preußen gerichteten Begleitschreiben, vom Grafen Buol der Vorwurf gemacht wird, „daß es den Zweck verfolge die Uneinigkeit Deutsch­lands zu erhalten," so mußte die preußische Regierung nothwendig das Ungehörige einer solchen Bemerkung gegen Preußen allein, in seiner Antwort nach Wien unterm 23. Mai gebührend hervorheben. Warum sprach der österreichische Staatsmann diese Besorgniß nicht auch den anderen deutschen Staaten gegenüber aus, warum schwieg er darüber im diplomatischen Verkehr gegen Rußland? Die Phrase „von der Verleitung der deutschen Regierungen zur Uneinigkeit durch Rußland" ist wohl haupt­sächlich gewählt um durch einige liberalisirende Stichworte die öffentliche Meinung an­zuregen , und ihr die Ansicht beizubringen, als ob Oesterreich Rußland „ als den gefährlichsten Feind Deutschlands betrachte und zu bekämpfen wünsche." Die Gelegenheit dazu war im Verein mit den Westmächten, Türken und Piemon­tesen günstig, aber sie blieb unter dem Vorwande unausgeführt, daß Preußen die österreichische Flanke nicht decken wolle. „Die Grenzlande Oesterreichs sollten", wie die Presse Oesterreichs sagte, „dem nordischen Barbaren" nicht Preis gegeben werden re. Nun sind^ aber die Grenzen des Reichs, mit Ausnahme Galliziens von der Natur durch