Intelligenz-Blatt der freie« Stet /nteftirt, verbunden mit dem Ämtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden, und den Frankfurter Nachrichten als Gratisbeilage.
(Expedition: am Geistpförtchen, SchlachthauSgasse 21.)
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Samstag, den 5. Mai 1855»
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UeberblrEe dev Greigmsfe im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.
Frankfurt, den 5. Mai. Die Neuzeit hat den Beweis geliefert, daß, wo sich irgend ein neues, großartiges und zugleich durchgreifend zweckmäßiges Verkehrsmittel Bahn bricht, auch die Verkehrsverhältnisse selbst eine vollständige Umwälzung erfahren. Wer konnte z. B. an den Verkehr vor Einführung der Eisenbahnen zurückdenken, ohne über den immensen Einfluß, welchen sie darauf ausübten, zu erstaunen, und anzuerkennen, daß der ganze commerzielle und industrielle Verkehr ein völlig anderer dadurch geworden sei. Wenn daher jetzt wiederum ein neues, in seinen Folgen wahrscheinlich nicht minder einflußreiches Verkehrsmittel auftaucht, so ist es wohl an der Zeit, die Aufmerksamkeit aller daran Betheiligten darauf hinzulenken. Schon längst ist es erkannt worden, daß die Dampfschifffahrt gewissermaßen nur die überseeische Fortsetzung der Eisenbahnnetze bildet; indessen hat dieselbe, wenngleich sie sich, mit dem Eisenbahnverkehr zugleich, auch schon mehr und mehr entwickelte, immer noch an namhaften Mängeln zu leiden gehabt. Wir enthalten uns, sie hier der Reihe nach aufzuzählen, und führen nur be,ipielswei,e an, daß bei der bisherigen Construclion der Dampfschiffe die Räderkasten ein unvermeidliches Uebel waren, welche besonders größeren Schiffen einen oft hinderli- ®en Anhang gaben, ihre Lösch- und Ladefähigkeit hemmten und ihr Wenden erschwerten Durch Einführung der Schrauben sind nun alle diese Mängel beseitigt, und das Schtau- bendampfichiff „Humber", welches im vorigen Jahre den Verkehr zwischen Stettin und Hull vermittelte, hat nicht nur bewiesen, daß selbst auch Schiffe von einer Demension, die man bet dem engen Raum der Oder bisher für unmöglich hielt, gar wohl einlaufen und anlegen können, sondern auch, daß das Laden uud Löschen, sowie das Wenden der- selben durch den Wegfall der Räderkasten bei Weitem leichter und schneller von statten geht. Kem Wunder also, daß man fetzt überall bet Erbauung von Dampfschiffen sein beS^ offenbar eine Umgestaltung des ganzen Dampfschifffahrtsvcrkehrs hervorrusende Schraube richtet. *