Einzelbild herunterladen
 

Intelligenz-Blatt

der freien Stadt Frankfurt, ^^

verbunden mit dem Amtsblatt Organ der hiesigen Staats­behörden, und den Frankfurter Nachrichten als Gratisbeilage.

■--«»SESo-»------

(Expedition: am Geistpförtchen, SchlachthauSgasse 21.)

M 98. Donnerstag, den 26. April 1855.

Ueberblicke der GreignLsse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.

Jan$ 115 in der umsichtigsten Weise,

Frankfurt, 26. April. Ein hiesiges Blatt widmet dem dieser Tage hier ver­storbenen Hrn. Bürgermeister S charfs einenlängeren Nachruf, den wir in diesen auch den Analen der valerstädtischen Geschichte geweihten Blättern niederzulegen nicht versäumen wollen: „ Wenn nach langjährigem segensreichem Wirken in der Vaterstadt der Tod endlich die Augen eines Ehrenmannes schließt, so stehen dessen Angehörige und seine Mitbürger betrübt am Sarge, und mancher Schmerzenslaut gibt Kunde von der Liebe und Hochachtung, die der Verblichene genossen. So geschieht es auch heute bei dem Tode eines ehrenwerthen Bürgers, Schöffen und Senators Gottfried Scharff. Am 5. Juni des Jahres 1782 geboren und einer Familie angehörend, welche, obwohl ursprünglich von Nürnberg und Sachsen hier eingewandert, schon seit 1670 hier im Bürgerverbande ist, war derselbe anfänglich zum Kaufmanne bestimmt und auch Chef des seit mehr denn hundert Jahren dahier und. im ehemaligen pfalz-bayerischen Herzog- thume Berg, zu Remscheid, bestehenden großen Eisenwaarengeschäftes. Die bewegte Feit, ein starker, kräftiger Wille und große Fachkenntnisse führten und beriefen ibn bald auf eine andere Bahn. Im August 1814 betraute ihn die Bürgerschaft mit einer Sendung zum Congresie nach Wien. Als bürgerlicher Deputirter, gleichwie Herr Syndicus D vom Rathe akkreditirt, wirkte er daselbst bis zum Juni 1815 in der umsichtigsten unb trug jedenfalls dazu bei, durch kluges und zeitgemäßes Handeln die alte Freiheit der Stadt wieder zu erkämpfen. Am 23. August 1816 wurde er zum Senator gewählt. Der Senat beauftragte ihn bald darauf mit den verschiedensten Missionen, worunter die eÄ^uchtankaufes in Amsterdam, Hamburg und Bremen in dem Hungerjahre von K â eme besonders schwierige und gut gelöste erschien. Im August 1818 sandte ^ ^°"6resse, woselbst er bis zum October verblieb und r N^"^ der freien Stadt erwirkte. Die Jahre 1822, 1826 und

SÄ" ^'geren, he Jahre 1840, 1842, 1844 und 1846 als ältest-regie- renden Bürgermeister. Gegen jedermann, arm wie reich, wohlwollend und gütig, war nick .^^n Ständen geliebt und geachtet. Fürs?M?tler-

.Otaatsmanss, zeichnete ihn bei oftmaliger Anwesenheit in hiesiger Stadt 2 nicht, den viel gekannten Senator und Schoss

bald, nach ihrer An unfi zu besuchen, und eS gab deren, die selbst in staatlichen Dingen zu gewissen Zeiten sich Raths erholten bei dem erfahrenen Bürgermeister, dem einfachen