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Intelligenz-Blatt der freien Sindt Frankfurt, -dSJ verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staats- behörden, und den Frankfurter Lachrichtm als Gratisbeilage.» ^^WW

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(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgasse 21.)

M 92. Donnerstag, den 19. April 1855.

Ueberblicke der Ereignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.

Frankfurt, 19. April. Bekanntlich schweben sein längerer Zeit Unterhandlun­gen wegen Einführung der ambulanten Posten auch im fürstlich Thurn- undTari- schen Postgebiet. Die Wichtigkeit dieser Einrichtung für unsere Stadt wird von Nie­mand in Abrede gestellt, und wenn ihre Einführung noch nicht erfolgt ist, so sind wohl finanzielle Anstände die Ursache davon. Wo diese ambulanten Posten eingeführt sind, haben sie sich so glänzend bewährt, daß es auch dem Publikum in weiteren Kreisen nicht unerwünscht sein dürfte, die Zwecke, Erfolge und Vorzüge einer feinen Interessen so nahe liegenden Einrichtung genauer dargestellt zu sehen. Die Idee zur Einführung der Bureaux-ambulants, so äußert sich das „ Handels-Archiv", ergab sich zunäch 1 aus der Unmöglichkeit, bei der zunehmenden Ausdehnung der Eisenbahn-Course, die mit der Spe­dition der Correspondenz verbundenen Geschäfte, unter Beibehaltung des früheren Spe- ditionssystems dergestalt zu bewältigen, daß die Schnelligkeit der Eisenbahn-Beförderung in ihrem ganzen Umfange nutzbar gemacht werden konnte. Das frühere System bestand darin, daß sich die einzelnen Post-Anstalten der betreffenden Course -- soweit der Zweck einer pünktlichen und möglichst ununterbrochenen Beförderung solches erforderte — die vorhandene Correspondenz rc. in direkten Briefpacketen gegenseitig zuführten, daß aber zur Verhütung einer Ueberzahl solcher direkter Briefpackete, und zur Vermittelung richti­ger Spedition auch bei größerer Entfernung, an dazu geeigneten Orten, namentlich an den Kreuz- und Mittelpunkten der verschiedenen Course, bestimmte Speditionöpunkte fest­gesetzt waren, von wo auö die Umspedirung resp, die Weitersendung der eingegangenen Correspondenz- und Fahrpost-Sendungen erfolgte. Die Organisation der Eisenbahnfahr­ten "erlaubte die Aufrechthaltung dieses, unter den früheren Verhältnissen wohl bewähr­ten Systems nicht. Die Eisenbahnzüge, soweit sie überhaupt noch auf den verschiedenen Stationen der Route halten, verweilen bei regelmäßigem Gange kaum noch an einzel­nen, und dann sehr entfernt von einander gelegenen Orten so lange, daß während dessen eine sofortige Und ordnungsmäßige Umspedirung und Weitersendung der Gegenstände von den zahlreichen Orten der in Betracht kommenden langen Strecken nach allen weit gelegenen Punkten, selbst mit äußerst verstärkten Arbeitskräften zu ermöglichen wäre. Dabei bleibt in Betracht zu ziehen, daß ein solches Speditions-Verfahren, abgesehen von dem dazu erforderlichen Aufwände an Schreib- und Packmaterial, Zeit und Arbeitskräfte