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Intelligenz-Blatt

der freien Stadt Frsnksott, ^^

verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen StaatS- behörden, und den Frankfurter Nachrichten als Gratisbeilage.«

(Erpedition: am Geistpförtchen, SchlachthauSgasse 21.)

Jg 78. Dienstag, den 3. April 1855.

Abonnementspreis für's halbe Jahr 2fL30fr. Tägliche Ausgabe außer Montags. Einrückungsgebühren: 6 kr. für die ganze, 3 kr. für die gespaltene Zeile.

Wk" Abonnements-Bestellungen auf das Jntelligenzblatt werden täglich in der Erpedition angenommen.

M^^ Inserate aller Art in diesen in hiesiger Stadt und Um­gegend in 4000 Exemplaren verbreiteten und in jeder Familie hier gelesenen Blättern können auf den besten Erfolg rechnen, worauf besonders auch die geehrten Besucher der hiesigen Messe aufmerksam ge­macht werden.

Ueberbliâe der Greignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.

Frankfurt, 3. April. (Zur Situation). Wenn man die projectirte Reise des Kaisers von Frankreich nach der Krim als ein Zeichen auffaffen konnte, daß der Angriff auf Sebastopol mit äußerster Kraftanstrengung fortgesetzt werden sollte, so hat man Recht, die Aenderung des beabsichtigten Reiseziels als ein friedliches Zeichen auf­zufassen. Die Reise nach London ist gewiß beachtenswerther in dieser Hinsicht, als die Annahme der zwei ersten Garantiepuncte, da diese nur untergeordnete, das drohende Oesterreich mehr als die eigentlich kriegführenden Westmächte berührende Punkte betreffen. Die Hauptschwierigkeit der Verständigung wird immer der dritte Punkt enthalten, obgleich die äußerste Forderung der Westmächte, besonders Frankreichs: Die Schleifung Sebasto- pols, nach den Aeußerungen der ministeriellen französischen Blätter aufgegeben zu wer­den scheint. In der That ist diese Forderung in der Sachlage nicht begründet, ida eS wohl ohne Beispiel sein würde, daß ein Staat freiwillig und ohne Gegenleistung einen Platz opfert, dessen die Feinde sich mit Gewalt nicht haben bemächtigen können. Es ist nicht zu erwarten, daß man aus den Motiven falschverstandener Waffenehre und persön­licher Rechthaberei noch mehr Menschen einem Unternehmen opfern wird, das immer nur als Mittel zum Zweck, nicht als Selbstzweck betrachtet, welches gleich von Anfang als höchst schwierig dargestellt und dennoch mit einer Tapferkeit, Ausdauer und Entsagung