Intelligenz-Blatt
der freien Stadt Frankfurt, verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden, und den Frankfurter Nachrichten als Gratisbeilage
(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgasse 21.)
Jti 72. Dienstag, den 27. März 1855.
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Inserate aller Art in diesen in hiesiger Stadt und Unigegend sehr verbreiteten rind gelesenen Blättern können auf den besten Erfolg rechnen, woraüf besonders auch die geehrten Besucher der hiesigen Messe aufmerksam gemacht werden.
Ueberblicke der Ereignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.
Frankfurt, den 27. März. Aus dein wildbewegten Treiben der kriegerischen Gegenwart, führen wir heute unsere Leser weg, auf das Gebiet der materiellen Interessen und unterhalten sie von den HülfSquellen Ostindiens. Der Jndigobau in Bengalen deckte kaum seine eigenen Kosten-im Jahre 1778 und jetzt beträgt der Werth der jährlichen Ausfuhr 1,717,883 £. Im Jahre 1788 ward Baumwolle zuerst aus Indien nach England eingeführt, und 1814, als das Monopol der ostindischen Compagnie gemildert ward, belief sich der Betrag der von da nach England gesandten Baumwolle auf 4 Millionen Pfund wohingegen gegenwärtig die durchschnittliche jährliche Einfuhr 160 biS 170 Mill. Pfund, beträgt, zu deren Bau ein Areal von 8000 engl. Quadratmeilen erfordert wird. Die Nachfrage nach Guttapercha begann erst im Jahre 1847 und doch hat dieselbe bereits an solcher Ausdehnung zugenommen, daß in einigen Jahren der Bor- rath ausgeyen wird, wenn sich keine neuen Quellen, woraus man sie beziehen kann, eröffnen sollten. Im Bau von Eisenbahnwerken hat man in Indien eine außerordentliche Befähigung gezeigt, und wenn auch nur 22 engl. Meilen Bahn bisher in Gebrauch gewesen sind, so erwartet man doch für daö erste Jahr schon ein Abwerfen von 11 pCt. Mit Rücksicht auf den jetzigen Stand des Papiermarktes ist zu bemerken, daß in Indien kurzer Stapelflachs und Baumwolle, für die Zwecke deS gewöhnlichen Fabrikats fast werthlos, bis zu jedem Betrage vorhanden sind, nebst. wohlfeilen, behenden und scharf-