Intelligenz-Blatt
der freien Sindt Frankfurt, ^^ verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen StaatS- M^MâÄ behörden, und den Frankfurter Nachrichten als Gratisbeilage.« '^WwS
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(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgasse 21.)
^N 66. Dienstag, den 20. März 1855.
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Ueberblicke der Ereignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.
Frankfurt, den 20. März. Die Conferenzen zu Wien zwischen den Bevollmächtigten Frankreichs, Englands, Oesterreichs und Rußlands sind eröffnet, und es muß sich nun in wenigen Tagen entscheiden, ob der Krieg im Osten durch einen billigen, für keinen der kriegführenden Theile erniedrigenden Frieden beendigt werden, oder ob derselbe noch heftiger entbrennen und zu noch größeren Dimensionen sich entwickeln soll. Es wäre ein durchaus nutzloses Bemühen, sich in Vermuthungen darüber zu ergehen, ob daS Eine oder das Andere die größere Wahrscheinlichkeit für sich hat, da die Entscheidung nicht allein von Gründen der Vernunft abhängt, die sich abwägen und deshalb auch berechnen lassen, sondern von Leidenschaften, Neigungen und vorgefaßten Meinungen einzelner Personen, also von incommensurabeln Größen, bei denen von irgend einer Berechnung nicht die Rede sein kann. Festzustellen vermögen wir nur die Zwecke, welche die Parteien verfolgen, weil diese nicht auf wechselnden Entschließungen, sondern auf bleibenden Verhältnissen beruhen. Wenn wir aber von diesem Gesichtspunkte aus die schwebenden Fragen beurtheilen, so drängt es sich uns zuvörderst auf, daß der ursprüngliche Zweck des Kampfes, — die „Sicherstellung des osmanischen Reiches gegen Rußland" durch die von Rußland gemachten Zugeständnisse und das bevorstehende gemeinschaftliche Protectorat sämmtlicher großen europäischen Mächte über die Donaufürstenthümer bereits vollständig erreicht ist. Ebenso, wie mit „der Gefahr von der Landseite," verhält es sich mit „der Gefahr von der Seeseite," da die Engländer und Franzosen sich nur entschließen dürfen, um den beabsichtigten Zweck zu erreichen, Schiffsstationen im schwarzen Meere zu unterhalten, was zwar große Kosten verursachen aber zugleich beiden Nationen so viel für ihre Interessen bieten würde, daß es außer allem Verhältnisse zu dem Aufwande stände.