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Intelligenz-Blatt der freien Swi ^snkfnrt, verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staats­behörden, und den Frankfurter Nachpichten als Gratisbeilage,

(Erpedition: am Geistpförtchen, SchlachthauSgasse 21.)

^ 62. Donnerstag, den 15. März 1855.

Ueberbèieke der Greignisfe im Gebiete -er politischen un- materiellen Interessen.

Frankfurt, den 15. Mä rz. Unter den politischen Fragen der Gegenwart nehmen die Verhandlungen zwischen Preußen und Frankreich wegen Abschluß eines Se­paratvertrages eine hervorragende Stelle ein. Nach Mittheilungen, die aus zuverläs­siger Quelle herrühren, ist der Stand dieser Angelegenheit folgender: Herr v. Wedell, der am 8. d. M. seine Rückreise nach Paris antrat, dringt die Antwort nach Paris, daß dieselbe das Protokoll vom 28. December zu unterzeichnen keinen Anstand nehme, wonach also Preußen der damals dem Für sten Gortschakoff mitgetheil­ten Präcisirung der vier Garantiepunkte sich förmlich ««schließen würde. Bekanntlich ist indeß diese Präcisirung nur als der vorläufige Ausgangspunkt für die weitern Verhandlungen über die Friedens-Präliminarien betrachtet worden. Was in dieser Beziehung in der diplomatischen Zusammenkunft vom 7. Januar zu näherer beiderseitiger Verständigung Mischen dem russischen Bevollmächtigten einerseits und den Bevollmächtigten der Westmächte andererseits geschah, indem diese Letzteren dabei das von Herrn v. Bourqueney ausgegangene sogenannte Aide-Memoire über die am 28. Decem­ber aufgestellte Interpretation der vier Garanticpunkte zu Grunde legten, während Fürst Gortschakoff ein Eontre-Project vorlegte, dem wurde von beiden Seiten kein definitiver, bindender Character beigelegt, weil jenes Aide-Memoire nicht als ein officielles, von einer der betreffenden Mächte sanctionirtes Actenstück galt, sondern nur als eine dem Gedächtniß zu Hülfe kommende schriftliche Skizzirung des Resultates mündlicher Ver­handlungen, und weil daher auch Fürst Gortschakoff für seinen Gegen-Entwurf nicht die Bedeutung einer definitiven Erklärung seitens seiner Regiernng in Anspruch nahm. Graf Buol glaubte zwar am Schluß dieser Zusammenkunft constatiren zu müssen, daß auS den gepflogenen Verhandlungen sich das erfreuliche Ergebniß einer im Wesentlichen fast in allen Punkten erreichten Verständigung herausstelle, mber seitdem sind die Dinge immerfort in diesem schwebenden Zustande geblieben, ohne daß das vermeintlich gewon­nene Resültat von irgend einer Seite eine Bestätigung erhalten hätte. Es, bleibt also für. die in Wien zu eröffnenden Friedensconferenzen das Protokoll vom 28. December die einzige feste Basis, und diese enthält die vier Garantiepunkte eben nur im ersten Grundriß. Dem ist nun auch Preußen förmlich beizutreten bereit, wie eöja schon durch die Theilnahme an dem Bundesbeschluß, der jene vier fünfte als eine den allge-