Intelligenz-Blatt
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(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgasse 21.)
JS 50. Donnerstag, den 1. März 1855.
lieb erbitte bet Grergnèsfe im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.
Frankfurt, den 1. März. Wie Moriz Hartmann der Kölnischen Zeitung schreibt, bereiten sich große Dinge bei Sebastopol vor. Ein Schlag soll geführt werden, über dessen Ausgang der Korrespondent, welcher, wie er sagt, seit October vorigen Jahres das Abkühlen sanguinischer Hoffnungen sich zur Aufgabe gemacht, keine Weissagung sich erlauben will. Es wird daher der Augenblick gekommen sein, jetzt, wo nach langem Zwischenact der zweite Auszug des großen Drama beginnen soll, einen prüfenden Blick auf seine bisherige Ausführung zu werfen. Die Schwierigkeit der Einnahme von Sebastopol lag vor allem in dem Umstand, daß die Belagerer zwischen der Festung und der Entsatzarmee standen, also gewissermaßen Belagerte waren, und daß sie das erste Erforderniß eines glücklichen Erfolgs in dieser Lage: die gänzliche Trennung der Besatzung von dem befreundeten Feldherrn nicht erwirken konnten; im Wesentlichen wiederholten sich also hier die Ursachen, welche den russischen Angriff auf Silistria scheitern machten. Der, Grund, warum man das russische Heer außerhalb Sebastopols nicht von dec Festung abdrängte, und so deren Einschließung vollständig durchführte, ist einfach der, daß man von Anfang an zu schwach dazu war-, und daß die Verhärtungen auch nur in solchem Maße ankamen, als hinreichte, um den Abgang zu decken. Wäre die Division Baraguay d'Hilliers, statt im baltischen Meere die ganz folgenlose Einnahme von Bomarsund zu bewerkstelligen, im schwarzen Meere verwandt worden, so war das Resultat ein ganz anderes, denn es gab allerdings einen sehr kurzen Zeitraum, wo man bei größerer Stärke auf Erfolg rechnen konnte. Dieß war eine energische Benutzung -der Almaschlacht, (20. Sept.) eine Verfolgung des geworfenen russischen Heeres und ein rascher Angriff der Festung. Man mußte es sich klar machen, daß die Möglichkeit der Einnahme in den Zeitraum von drei, höchstens vier Wochen zusammengedrängt war, so lange nämlich, als die zunächst stehenden russischen Verstärkungen brauchten, mit Mentschikoff sich zu vereinigen. Fiel Sebastopol in dieser Zeit nicht, so fiel es überhaupt in dem ersten Feldzug nicht mehr. Bei dieser Kostbarkeit ist vielleicht selbst der Marsch nach Balaclava, wo die Verbündeten am 26. Septemoer standen, ein Fehler, was natürlich nur bei genauer Kenntniß des damaligen Standes der südlichen und nördlichen Festungswerke mit Bestimmtheit ausgesprochen werden kann. Bei der kurz gesetzten Frist, von der man überdies fünf Tage durch den berühmten Flankenmarsch verloren, konnte man an eine