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Zntelligenz-Blatt

der freien Stadt Frankfurt, ^^^ verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staats- â^MDAMÄ behörden, und den Frankfurter Nachrichten als Gratisbeilage.^

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(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgasse 21.)

â 46» Samstag, den 24» Februar 1855.

Ueberblicke der Greignisfe im Gebiete -er politische» un- materiellen Interessen.

Frankfurt, den 24. Februar. Seitdem in den ersten Tagen des Jahres aus Wien her die Nachricht kam, sagt die „preußische Corresp." daß durch das Eingehen Rußlands auf die von den Verbündeten der Pforte vorgeschlagenen Bedingungen die Möglichkeit erfolgreicher Friedens-Unterhandlungen eröffnet sei, sind viele Wochen ver­flossen, ohne daß weitere Schritte zur Verwirklichung der durch jene Botschaft angereg­ten Hoffnungen geschehen waren. Eine solche Zögerung erschien um so unerwarteter, als auch die englischen und französischen Blatter die Wiener Botschaft bestätigten, wäh­rend gleichzeitig das osficielle Organ der österreichischen Regierung sogar unumwunden die Zuversicht aussprach, daß auch die Höfe von Frankreich und England und die hohe Pforte in dem vorläufigen Ergebniß einen Erfolg erblicken würden, welcher „zur Grund­lage alsbald zu eröffnender Verhandlungen über den abzuschließenden und sicherzustel­lenden Frieden" dienen könnte. Man erfuhr bald, daß die Westmächte, auch die Annahme ihres eigenen Friedens-Progrämms durch Rußland nicht als eine genügende Bürgschaft betrachtend, ihre militärischen und diplomatischen Rüstungen mit verdoppelter Anstrengung fortsetzten, und daß sie es nicht für angemessen fänden, die thatsächlich durch den Winter gebotene Kriegsruhe für die Dauer der Verhandlungen vertragsmäßig zu einem Waffenstillstand zu gestalten. Es kann daher weder befremden, noch als ein die Situation umwandelndes Ereigniß gedeutet werden, daß auch Rußland eine allge­meine Landesbewaffnung anordnet, selbst wenn diese Maßregel gerade in einem Augen­blick bekannt wird, wo die Eröffnung des Friedens-Congresses sich in nähere Aussicht stellt. Wir zweifeln nicht daran, daß das Petersburger Cabinet der europäischen Diplo­matie über den rein defensiven Charakter seiner militärischen Vorbereitungen unzweideu­tige Erklärungen gegeben hat, doch auch das Publikum findet in dem jüngsten Manifest des Kaisers Nikolaus einen vollkommen befriedigenden Aufschluß über die gegenwärtigen Absichten der russischen Regierung. Sehr charakteristisch ist es, daß schon der Eingang des eine allgemeine Volksbewaffnung ankündigenden Manifestes die Anwendung von Waffengewalt, die Fortdauer des Blutvergießens als den Wünschen des Kaisers fern- liegend bezeichnet. Allerdings wird für Rußland die Aufgabe festgehalten, die Rechte der Glaubensgenossen zu schützen — eine Pflicht, welche der russische Monarch, als oberster Schirmherr der griechischen Kirche, nicht verleugnen kann, ohne mit den Tradi-