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Intelligenz-Blatt der freie» Stadt Frankfurt, ^^^

verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staats-

behörden, und den .frankfurter Nachrichten als Gratisbeilage.» mmms

(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgasse 21.) ^M^

«M 36. Dienstag, den 13. Februar 1855.

Ueberbliâ der Ereignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.

Frankfurt, den 13. Februar. Wie war doch der Name, mit dem die ostdeut­sche Presse Lord Palmerston bezeichnete? „Lord Feuerbrand", meinte man, hieße der Störenfried, der überall in Italien und Ungarn den Aufruhr entzündet haben sollte. Graf Ficquelmont schrieb ein Buch über den verderblichen Einfluß, den England unter Palmerston auf den Kontinent, besonders auf Oesterreich geübt, wie er überall die Sache der Revolution gegen die Sache der Ordnung vertreten. Das alles muß man jetzt an der Donau vergessen; Palmerston ist englischer Premier, Minister von gestern, und man wird daher nicht umhin können, gute Freundschaft mit dem neuen Bundesgenossen zu halten. — Schweden hat sich nicht durch das Beispiel Sardiniens fortreißen lassen, obgleich viel näher bei einem Kriege gegen Rußland betheiligt, oder vielleicht gerade deß­wegen. Die offizielle „Schwedische Zeitung (Swerska Tidning)" tritt den Allianzgerüch­ten mit einer Darlegung der Gründe entgegen, aus welchen eine Erwerbung Finnlands nun und immer für Schweden unmöglich sei. Glücklicher als die Westmächte bei Schweden waren, soll die österreichische Diplomatie, wie die Zeitungen sagen, bei Han­nover, Nassau und Braunschweig gewesen sein. Die Stimmen dieser Staaten (die V. und XIII.) seien gewonnen für den Fall, daß man, wie angekündigt ist, die Mobilisi- rung beim Bundestag reproponirt. Wenn auch der zweite Antrag nicht durchginge, so seien sie bereit, für die gebotenen „Vortheile" ihre Truppen unter den Oberbefehl des Kaisers zu stellen. Wenn diese Gerüchte sich bewähren, so scheinen diese Hülfsvölker dennoch nicht die Franzosen entbehrlich zu machen. Freilich widersprechen sich die Nachrichten in der Presse. Zuerst hieß es, 200,000 Franzosen sollten nach Böhmen zie­hen. Man gab sich die Mühe, zu untersuchen, woher die 200,000 Mann mobiler Truppen in Frankreich kommen sollten, und fand nur 30,000 einschließlich der Lyoner Besatzung im Lager von Lyon, 60,000 Mann im Lager von Boulogne vorhanden, welchen letzteren der Durchmarsch durch die Schweiz oder die Lombardei doch ein etwas bedeutender Umweg wäre. Man begnügte sich daher ein Paar Tage mit 80,000 Mann und wußte schon genau, daß sie zur Hälfte durch die Schweiz und Tyrol, zur Hälfte durch Piemont und die Lombardei ziehen. Jetzt kommt man auf die frühere Zahl zurück: Man läßt jedoch jetzt die Truppen, ehe sie marschiren, zuerst zusammenzie­hen, Dieß geschieht mit 200,000 Mann in einem Lager zwischen Metz und Straßburg,