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Intelligenz-Blatt

der freien Stadt Frankfurt, verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen" Staats- behörden, und den Frankfurter Nachrichten als Gratisbeilage.

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(Erpedition: am Geistpsörtchen, Schlachthausgasse 21.)

â 26. ’ Donnerstag, den 1. Februar 1855.

Ueberblicke der Ereignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.

Frankfurt, den 1. Februar. Die in unserem vorigen Ueberblick ausgespro­chene Voraussetzung, daß die von der „Düsseldorfer Ztg." mitgetheilte geheime österrei­chische Depesche unächt sei, können wir leider nicht bestätigen, da die Aechtheit derselben von der „ostdeutschen Post" ausdrücklich anerkannt wird. Das genannte Blatt erklärt die Stelle der Depesche, welche von den den Anhängern Oesterreichs im Friedensschluß zu gewährenden Vortheilen spricht, dahin, daß sie Entschädigung für geleistete Bundeshülfe als Ersatz der aufgewendeten Kriegskosten erhalten sollen. Aus wessen Säckel — das sagt die „ostdeutsche Post" eben so wenig, als sie den freilich unmöglichen Nachweis führt, daß nach der Bundesverfassung eine Entschädigung der Kriegskosten gewährt würde — die natürlich jeder Staat nur selbst sich zahlen könnte. — Um die Gesinnung zu charakterisiern, mit der man in Wien die Sachlage betrachtet, entnehmen wir der „Donau" und der „ostdeutschen Post" folgende Stellen: Erstere sagt in einem Leitartikel, überschrieben „Biegen oder Brechen": Oesterreich bedarf des deutschen Reiches nicht. — — Entweder folgt Deutschland jetzt freiwillig und freudig in Oesterreichs Fußtapfen, oder es gibt kein Deutschland mehr." — In demselben Sinne und zugleich mit aus­drücklichem Hervorheben der alten Kaiserwürde, als einer von Oesterreich wiederherzustel­lenden äußert sich die „ostdeutsche Post". „In Wien, wo die alte Kaiserkrone in der Schatzkammer ruht, wo der Erbe so vieler deutscher Kaiser herrscht, denkt man an Deutsch­land stets mit Größe, will man seinen Umfang, seine europäische Stellung, wie sie die Tradition alter Zeiten in Karten und Chroniken verzeichnet — dieß ist der eigentliche Sinn, die eigentliche Bedeutung des gegenwärtigen Antrages in Frankfurt." Sonach concentrirt sich jetzt die politische Sachlage außer in der Frage wegen der Theilnahme Preußens an den Friedensverhandlungen der Wiener Conferenz, in der von Oesterreich geforderten Mobilmachung, welche am 14. v. M. nochmals von Preußens verlangt und zugleich am Bunde beantragt worden ist. Hier wurde am 22. Jan. die Frage wegen Mobilmachung eines Theiles des Bundescontingentes von den vereinigten Ausschüssen in Betracht gezogen, ohne zu einer Vereinbarung zu gelangen. Am 30. v. M. erfolgte die Abstimmung über denselben, welche seine Ablehnung zum Resultat hatte. Dar­auf haben die genannten Ausschüsse den Antrag Preußens und der Mittelstaaten auf Bereithaltung der Hauptcontingente einstimmig angenommen und" ist demnach