Intelligenz-Blatt
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(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgasse 21.)
JS 22. Samstag, den 27. Januar 1855.
Ueberblicke der Ereignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.
Frankfurt, 27. Januar. Wenngleich die militärischen Resultate des orientalischen Krieges noch gering sind, so mochten wir doch seine moralischen und politischen Einwirkungen aus die öffentliche Meinung desto höher anschlagen. Von den ins Feld getretenen Mächten hat die Kriegführung Frankreichs den Erwartungen entsprochen, die Europa davon gehegt, Rußland und die Türkei haben sie übertroffen, England ist unermeßlich dahinter zurückgeblieben. Unter Kriegführung meinen wir hier nicht bloß Marschiren und Schießen, sondern die ganze Einrichtung des Heeres, in der sich zuletzt der Staat selbst abspiegelt. Deßwegen konnte auch die Tapferkeit der Türken in Silistria und die unerwarteten Siège über die Russen in der Wallachei ihre ganze überraschende Wirkung nicht üben, weil trotz ihrer die Zerrüttung des Staates, der Fremde nicht entbehren kann, hervortrat, und weil das Benehmen der türkischen Truppen in der Krim jene früheren Tbaten in Schatten stellte. Umgekehrt hat die Haltung der Russen in und bei Sebastopol den Eindruck faßt verlöscht, den ihre unglückliche Kriegführung in der Wallachei hervorgerufen hatte. Eine ausführlichere Betrachtung macht England nöthig, wo die Unwissenheit der Ration über alle nicht Großbritannien, die Colonien und den Handel betreffende Gegenstände wieder zu Tage trat und das Volk auf die naivste Weise seine Schule vor den Augen der Welt durchmachte. Man hat diese Unwissenheit sich nicht so colossal vorgestellt, wie sie sich selbst in Bezug auf Seefestungen, wie Kronstadt und Sebastopol und bei Fachmännern wie Rapier gezeigt hat. Da die erwarteten Handstreiche ausbleiben, so verwandelt sich die Presse in einen Sprechsaal und statt der fehlenden Generalstabsarchive liefert das Publikum der Regierung Lesefrüchte, wie den Seefesten beizukommen sey; man macht die schönsten Vorschläge, wie man, ^nn .nun einmal die Russen die alliirten Schiffe nicht an Kronstadt vorbeilassen, iM russischen Flotten im finnischen Meerbusen einschließen könnte. Darauf kamen die ENtsetzungSschlächten der Russen und man wunderte sich, daß ihre Schaaren stehen, wie sre immer gestanden haben, bei Zorndorf, Eilau und Borodino. Man wundert sich, daß man keinen verächtlichen Feind vor sich hat, daß man Rußland überall gewappnet findet, und wenn man bis Kamtschatka schifft; man liest die Berichte der Gefangenen vom Tiger und wundert sich über ihre gute Behandlung bei dem barbarischen Volke; man findet sich sogar etwas beschämt, daß von zwanzig gebildeten jungen Männern, die ihrem Stande gemäß zum Dienste außer Landes bestimmt sind, nur einer etwas französisch