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Intelligenz-Blatt der freien Stadt /raaksart, verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staats- , behörden, und den Frankfurter Nachrichten als Gratisbeilage.!

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(Erpedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgasse 21.)

.M 10. Samstag, den 13. Januar 1855.

Ueberblicke der Ereignisse im Gebiete der politischen nnd materiellen Interessen.

Frankfurt, den 13. Januar. In Ermangelung wichtiger Ereignisse auf dem Kriegsschauplätze in der Krim bringen jetzt die Zeitungen ausführliche Schilderungen über das Lagerleben der verbündeten Truppen. Von großem Interesse ist eine solche Schilderung in der Kölnischen Zeitung, welche einen scharfen Contrast zeichnet zwischen dem französischen und dem englischen Lager. Die das letztere betreffende Stelle lautet: „Es ist im Ganzen das Widerspiel des französischen Lagers; da sind keine Wege, mit Aus­nahme eines einzigen, den man jüngst zur Transportirung der fürchterlichen Mörser anlegen mußte. Ueberall zwischen den zerrissenen Zelten liegt todtes Vieh — Ochsen und Pferde — und Niemand denkt daran, das verpestende Aas zu entfernen. Offtciere und Soldaten sind in ihrer Kleidung so herabgekommen, daß sie in dieser Beziehung mit den Türken die größte Achulichkeit haben. Der Officier kümmert sich um das Loos der Gemeinen, um seine Ernährung, Kleidung, Behausung ganz und gar nicht; er überläßt das den dazu aufgestellten Commissaren. Lord Raglan lebt in seinem Zelte und âst oft viele Tage lang gar nicht zu sehen. Die aus England geschickten Holzhäuser liegen als tlisyecta membra im Wasser und müssen da ungebraucht liegen bleiben, bis die zum Bauen nöthigen Nägel aus der Heimat ankommen. Mein Freund konnte als Kaufmann manche charakteristische Bemerkung machen, unter anderen z. B. die, daß die Engländer immer nach Champagner und Cognac, die Franzosen nach Nadel und Zwirn fragten. Vor den meisten Bureaux der Engländer bemerkte er eine oder zwei Tonnen, die mit leeren und zerbrochenen Champagner- und Cognac-Flaschen angefüllt waren. Die Be­wohner der Dörfer, welche zwischen Balaclava und Sebastopol zerstreut liegen, sind in Folge vieler, wahrscheinlich nothwendiger, Bedrückungen aus Freunden erbitterte Feinde der Alliirten geworden, so daß man sie jetzt als Spione fürchtet, und daß Keiner ohne besondere Erlaubniß und ohne beigegebene Begleitung seine Hütte verlassen darf. Auch die belagerte Festung hat mein Berichterstatter in der Nähe befehen. Er versichert, daß von einer Bresche nirgends eine Spur zu sehen, und daß die Mauern von Sebastopol so zu sagen intact sind und wie unnahbar aussehen. Auf die Frage: wann sie dann das Ding da nehmen würden? antwortete ein Zuave seiner Begleitung: „Wann die Woche drei Donnerstage haben wird!" Trotz dieser Antwort wird im Lager sehnlichst gewünscht, daß bald gestürmt werde. General Canrobert reitet nie durchs Lager, ohne daß ihm von allen Seiten: „L’assaut mon Könsrat!" zugerufen wird." Diese Schilde-