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Intelligenz-Blatt der freie« Stadt /rankfurt, verbunden mit dem Amtsblatt, Organ bir hiesigen Staats­behörden , und den Frankfurter Nachrichten als Gratisbeilage.

(Erpeditiou: am Geistpförtchen, Schlachthausgaffe 21.)

^R 2. Donnerstag, den 4. Januar

Ueberblicke der GreègnLM im Gebiete der politischâ und materiellen Interessen.

Frankfurt, den 4. Januar. Nachdem vor wenigen Tagen das erste Jahr abgelau­fen ist, wo der deutsche Zollverein seit seinem Bestehen die größte materielle wie principielle Wandelung erfahren hat, sowohl durch den Anschluß des Steuervereins, als durch Vie Zollermäßigungen und durch die für österreichische Einfuhren bewilligten Dif­ferenzialzölle, ist die Ungeduld sehr natürlich, mit der die Staatsökonomen, die Geschäfts­männer, die Steuerpflichtigen des Zollvereins den Ergebnissen dieser Aenderung für die Finanzen der Staaten entgegensehen. DieserUngeduld kommt entgegen eine, ohne Nen­nung des Verfassers, zum Besten der Abgebrannten in Memel bei Besser in Berlin ver­öffentlichte Schrift: „Bemerkungen über die Zollvereinsresultäte für das erste Semester 1854". In dem genannten Zeitraum haben die folgenden vier Artikel, deren Eingangs­zoll herabgesetzt worden ist: Sprup, Kaffee und Surrogate, Tabaksblätter (unbearbeitete und Stängel) und Wein in Gebinden, für das Gebiet des alten Zollvereins einen Zu­wachs von 275,500 Thlr. oder 8 7± Procent des Steuerbetrags, eine Zunahme von 215,680 Ctnr. oder 43 Procent der Warenmenge gegen 1853 ergeben. Wenn man dabei bedenkt, daß die Zollermäßigung für Syrup bereits am 1. Juli, die für die übri­gen Artikel am 1. October 1853 eintrat, daß es sich also nicht um eine vorübergehend starke Einfuhr, sondern um ein bleibendes Verhältniß handelt, und ferner erwägt, daß das fragliche Halbfahr wegen der hohen Preise der Lebensmittel und der Unsicherheit der politischen Verhältnisse ungünstiger war als das entsprechende von 1853, daß Kaffee, Tabaksblätter und Wein Gegenstände sind, welche im Steuerverein einen ungleich gerin­geren Zoll zahlten als den gegenwärtigen, und dabei langes' Lager vertragen, so daß von denselben im Steuerverein vor Einführung des neuen Satzes große Niederlagen ge­bildet worden sind, die mit den: 1. Januar 1854 in den freien Verkehr des Zollverems übergingen und deren Nachwirkung noch lange fühlbar sein wird; daß endlich die Wein­ernte des Jahres 1853 in Folge der Traubenkrankheit höchst geringfügig war, — wenn man alle diese Bedingungen zusammennimmt, so werden die Einwirküngen der Halbher­absetzungen von Verzehrungsgegenständen auf den Verbrauch noch weit glänzender erschei­nen. Diese Zunahme verschwindet freilich im Endresultat und es stellt sich sogar für das erste Halbjahr 1854 gegen 1853 eine Minderung von etwa 600,000 fl. an Zolleinkünf- ten heraus, dadurch, daß die Artikel, welche im Zolle nicht herabgesetzt worden find, einen geringeren Ertrag, als im Vorjahr geliefert haben. Am schlagendsten stellt sich dies