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Zutelligenr-Blatt

(Expedition: am Teistpförtchm, Schlachthausgaffe 21.) I F

M 304; Samstag, dm 23. December 1854;

UeberblLck der Ereignisse Lm Gebiete der politischen und materiellen Interessen.

Frankfurt, 23. December. Unter den neuesten, die orientalische Frage be­treffenden Aktenstücken ist von Wichtigkeit eine preußische vom 7. December datirte De­pesche an die Höfe von London und Paris. Sie erklärt, daß Preußen die bekannte russische Depesche vom 6. November unbeachtet gelassen, da in ihr die vier Artikel nicht in ihrer ursprünglichen Redaction sormulirt gewesen und die russische Depesche außerdem so irrige Auffassungen über die Lage Deutschlands und seine Beziehungen zu Rußland enthalte, daß eS nicht geeignet erschienen sey, derselben Folge zu geben. Hierauf erwähnt die preußische Depesche, daß Rußland auf die Veranlassung Preußens jetzt in Berlin und Wien sich zur Annahme der vier Punkte bereit erklärt habe; sie empfiehlt diese rns- fische Erklärung mit Nachdruck einer günstigen Aufnahme bei den Regierungen der West- mächte und spricht ihre Ueberzeugung folgendermaßen auS r „Rußland habe durch die Note vom 28. November ohne Umschweif und Rückhalt eine Grundlage der Unterhandlungen angenommen, welche die Sabinette von Paris und London vor kurzer Zeit selbst sormulirt hätten; diese würden sich nun hoffentlich nicht weigern, einen Weg zu betreten, der ohne eben Chancen der militärischen Erfolge vorzugretfen, doch die Möglichkeit zu bieten ge­eignet sey, einen mörderischen Krieg abzukürzen, indem ihm die Schranke eines gemäßig­ten aber ernste» und einigen Willens entgegengesetzt würde." Die A. Z. macht bet Mittheilung dieses Aktenstückes die Bemerkung, daß Preußen nach ihrer Ansicht wenig Grund hätte, die von der englischen Presse dem Ministerium vorgeschriebene Interpret«» tion der vier Punkte anzunehmen, und daß selbst für Oesterreich eine Schleifung von Sebastopol oder eine Beschränkung der russischen Kriegsschiffe im schwarzen Meere keine nothwendige Sicherung des freien Handels auf der Donau oder auf dem schwarzen. Meere sey. UebrtgenS sind die Westmächte noch keineswegs einverstanden über die Prâ- ctfirung der vier Punkte, es schweben vielmehr über diese Feststellung noch Verhandlun­gen zwischen England und Frankreich, auf welche die Bemühungen Preußens zur Wie­derherstellung des Friedens nicht ohne Einfluß seyn dürften. Ob diese mit Erfolg wer­den gekrönt werden, muß sich bald auch von anderer Seite her zeigen, da in Wien am 24. eine neue russische Rote als Antwort auf die österreichischen Vorschläge erwartet wird. Erklärungen, welche der englische Minister Clarendon neuerdings im britischen Parlament über die Stellung Oesterreichs in den Donaufürstenthümern gegeben, beweisen aufs Reue, daß Oesterreich vorr dem Wunsche beseelt ist, der Nothwendigkeit etnerTheilnahmeandemKrtegeüberho» b en zu seyn. SS hat nämlich kurz vor der Krim-Erpedttion die Aufforderung der Westmächte, Rußland von denDonaüfürstenthümern auS anzugreisen, aus dem Grundy