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Unwahrheit ist nicht immer das sicherste Mittel zum Ziel.

-Der „mächtige Feind" des vom Senate vorgelegten und vom gesetzgebenden Körper vor« ckussichtlich angenommen werdenden organischen Gesetzes hat unsere Erwiderung am 17. d. M. mit einer Antwort beehrt. Diese Antwort hält sich klugerweise in allgemeinen Redensarten, wie denn z. B. die ganze Erwiderung auf unsere unter No. 10 gebrachte Abfertigung also lautet: e10) ist so lächerlich und albern, daß man glaubt, es würde unmündigen Kindern vorgeschwatzt." In dieser Häufung von Artigkeiten wollen wir, dem Herrn Verf. zu Liebe, recht gern hinlänglichen Beweis für seine allgemeine Bildung und Federfcrtigkcit erkennen, aber eben so gut auch erblicken wir in dieser vornehmen Phrase den schlagenden Beweis, daß Zahlen, Gründe u. dgl. solidere Hülfsmittel dem Herrn Verf. nicht zu Gebote standen, um sich von dem Vorwurfe der Unwahrheit, deren wir ihn in 10 Punkten geziehen hatten, rein zu waschen. Es wird uns Niemand zumuthen, daß wir über solche leere Phrasen weiter dièputiren; wo der Herr aber Zahlen oder klare Behauptungen und Forderungen ausspricht, sind wir gerne bereit, die Sache weiter zu beleuchten.

1) Herr T., der ein jährliches Deficit von fl. 260,000 prophezeite und von dem despe« raten Zustande unserer Finanzen mit so viel Behagen sprach, halten wir angegeben, um wie viele Tausende unsere Ausgaben jährlich unter ihrem Voranschlag zurückbleiben; wir hatten angeführt, daß 1853, und 1854, (abgesehen von der beträchtlichen Minderung der flotlirenden Schuld), an den verschiedenen Anleihen fl. 263,000 (und zwar, um es ganz genau anzugeben, an dem 3°/o Anlehen fl. 43 000, von dem S^’M Anlehen von 1839 fl. 120,000 und von dem b. 3. 1846 fl. 100,000) zmückbezahlt worden sind. Dennoch hat Herr N. N. den — Muth (wir scheuen uns ein beziehenderes Wort zu wählen), ganz trocken zu behaupten: „man entnimmt gar nichts zur Verminderung der Eiscnbahnavlehcn." Sintemal und alldie» weilen aber unser Staat die zwei neuesten jener Anlehen wesentlich für die Eisenbahnen, und außer jenen überhaupt keine anderen Anlehen contrahirt hat, so hat man auch recht schöne Summen an den Eise nb ah n anlehen zurückbezahlt. Es ist wahrlich ein heroischer Muth, fl. 100,000 und mehr zu ignoriren und für „gar nichts" zu erklären. Kann man denn deutlicher sprechen, als mit den von uns angeführten Zahlen? Aber der Herr scheint nur Phrasen zu verstehen, nicht Zahlen; wenigstens hütet er sich, bei diesem Punkte irgend welche Zahlen anzuführen.

2) „Da die Arbeit der Senatoren vermindert werden soll, so wäre es auch billig , die Besoldung zu verringern. Der Vordersatz beruht auf völliger Unkenntniß. Die Senatoren werden zwar künftighin die Arbeit der Rechtsprechung nicht mehr thun, dagegen wird ihre Zahl auf die Hälfte herabgesetzt; von einer Verminderung der Arbeit ist somit für die bleibenden 21 gar nicht die Rede. Dem Schlußsatz können wir, zumal der Vordersatz auch noch falsch ist, nicht beistimmen. Wir smd für Erhöhung des Gehaltes der Senatoren, wie von un« serer Seite u. a. auch auf Erhöhung der Gehalte der Lolksschullehrer hingewirkt worden ist. Ein treuer Beamter ist seines Lohnes werth.

3) Was die „offizielle Aufstellung" der Berufsarten betrifft, so hat Herr N. N. Unrecht, auf die um 100 zu geringe angegebenen Schneider (153 statt 253) zurückzukommen; wir hatten diesen Druckfehler bereits corrigirt und 100 mehr angegeben. Wir wollen, um ihn ganz zu befriedigen, Herrn N. N. sogar gestatten , 411 Weingärtner und 38 Conditoreu, sammt den Tapezierern u. f. w. noch zu den zünftigen Handwerkern zu zählen. Immerhin wird die Summe der solchergestalt von ihm zusammengesteUtcn Handwerker noch nicht die Zahl der eigentlichen Handelsleute, 2895, erreichen, wobei wir wiederholt darauf aufmerksam machen, daß unter jenen 2895 Handelsleuten noch nicht einmal weder Buchhändler, Kunst­händler, Materialisten, Spezereihändler, Makler, Weinhändler und Wirthe, noch andere der­gleichen Berussarlen aufgeführt sind. Die Zahl der eigentlichen Handwerker erreicht daher die Zahl der eigentlichen Handelsleute nicht; dies ist es, was wir behauptet haben und noch behaupten. Folgern wir daraus irgend etwas gegen den Handwerkerstand? Mit Nichten,