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Intelligenz-Blatt der freien Madi âMfntt, ^^

(Expedition: am Geistpförtchm, Schlachthausgaffe 21.)

M 288 Dienstag, dm 5» December 1854

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Ueberblick der GreLglrLsse im We-Lets der politischen und materèeWe« ZntereMn.

Frankfurt, den 5. Dec. Die preußische Thronrede vom 30 November hat im Ganzen einen sehr günstigen Eindruck gemacht, sowohl hinsichtlich der politischen, als der finanziellen und staatsökonomischen Lage Preußens. In Bezug auf die erstere tonnte die Rede wörtlich beinahe mehrere Sätze aus dem Vortrag entlehnen, mit dem am 18. März der Ministerpräsident von Manteuffel die Kammer eröffnet, so stät hat Preußen trotz aller Wandlungen, welche die orientalische Frage seit einem Jahre erlitten, sein Ziel im Auge behalten: Wahrung seiner wie Deutschlands Selbstständigkeit nach beiden Sei« ten mit beständiger Richtung auf die mögliche Wiederherstellung des Friedens. Man kann den Standpunkt einer Politik nicht verkennen welche die HülfSquellen des Landes und daS Blut seiner Söhne schont, so lange eine Theilnahme am Kampfe nicht durch die Ehre und Machtstellung der Nation geboten ist. Allein Preußen hat sich nicht den Frieden bewahrt, um eine vereinzelte Stellung einzunehmen; eS ist keinen Augenblick aus dem einmüthtgen Zusammenwirken mit Oesterreich und mit den übrigen Gliedern des deutschen Bundes hervorgetreten. ES hat den Westmächten unzweideutige Beweise seiner Zustimmung zu allen für die Herstellung deS europäischen Gleichgewichts unternommenen Schritten gegeben, eS hat zugleich feine Beziehungen zu dem russischen Hose benutzt, um dort für die „Anerkennung fremder Selbstständigkeit^ seinen Einfluß geltend zu machen. Durch diese loyale, uneigennützige Politik ist eS in den Stand gesetzt, nach beiden Setten hin dem Frieden und der Mäßigung das Wort zu reden. Auch aus der Thronrede tritt uns jetzt eine Aeußerung entgegen, welche die neuerdings gewonnen- Aussicht auf eine hoffentlich allseitige Verständigung bestätigt. Die Börse scheint Preußen gegenüber alle Bedenken fallen gelassen zu haben, welche jetzt die Anleihen so schwierig machen; die zweite Hälfte der 30 Millionen-Anleihe ist zu sehr günstigen Bedingungen ausge.

n und an auswärtigen Börsen sogleich über EmtsstonSpreiS gestiegen. Ausländische ttalisten legen außer in preußischen Papieren auch in industriellen Unterneh» mun gen im Umfang der preußischen Monarchie ihr Geld mit Vorliebe an und gerade jetzt haben Engländer, Franzosen und Holländer bedeutende bergmännische Anstalten in Rheinland und Westfalen begründet. Auf die großen Werke ‘bet Köln * oberrheinischen Eisenbahnen und der stehenden Rheinbrücke hat die Weltlage keinen hemmenden Einfluß geäußert. Den Grundsätzen einer aufgeklärten StaatSwirthschaft, die Theuerung der ersten Lebensbedürfnisse durch möglichste Erleichterung deS Verkehrs, statt durch dessen Hemmung, entgegenzuwirken, wird Preußen, wie die Thronrede »er« spricht, auch feiner getreu bleiben. Endlich werden die Keime der preußischen Flotte