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(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgaffe 21.) | |
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M 286. Samstag, dm 2, December 1854;
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Ueberblick der Ereignisse im Webiets der politische« «ud MÄterielle« J«terefsen.
Krattksurt, den 2. Dec. Zwei Ereignisse nehmen gegenwärtig die Aufmerksam- leit der europäischen Staatsmänner besonders in Anspruch, nämlich: 1) die zwischen Oesterreich und Preußen hergestellte Einigung über die Behandlung der orientalischen Frage hier am Bunde und die bestimmten Fälle für die Verpflichtung Preußens zur Unterstützung Oesterreichs. ferner 2) die Bereitwilligkeit des russischen CabinetS zur Annahme der vier von den Westmächten aufgestellten Garantiepunkte. Durch diese Entwickelung der Verhältnisse ist die Hoffnung auf die Erhaltung deS Friedens in Mitteleuropa im Allgemeinen als eine nicht unbegründete zu betrachten, denn den beiden deutschen Großmächten und dem Bunde stehen so großartige militärische Kräfte zu Gebote, daß sie ohne Bedenken nach derjenigen Seite mit Erfolg auftreten können, welche ihren Entschlüssen vorgreifen wollte. Damit soll nun nicht die Behauptung ausgesprochen sey», daß die Erhaltung deS Friedens außer allem Zweifel liege, indem auf der einen Seite sehr viel von der Interpretation abhängt, welche Rußland den vier Garantiepunkten zu geben geneigt ist, und auf der andern Seite die gesteigerten Forderungen der West- mächte, sey eS durch Hinzufügung neuer Garantie-Punkte, sey eS durch das Verlangen einer Zahlung der Kriegskosten von Rußland, leicht Verhältnisse herbeigesührt werden könnten, welche eine fernere Neutralität Preußens und Oesterreichs unmöglich machen. Das Wiener Eabinet, welchem durch den russischen Bevollmächtigten die bestimmten Zusagen von der Annahme der vier Garantieforderungen gemacht wurden, hat die Verpflichtung übernommen, die Westmächte zur Wiederaufnahme der Verhandlungen zu bestimmen und gegenwärtig beschäftigen sich ohne Zweifel die Höfe in Paris und London bereits mit der Frage, ob sie durch den Abschluß eines Waffenstillstandes Raum für Friedensverhandlungen gewinnen oder diese eröffnen wollen, ohne diese in ihrem Verlaufe zu hemmen. Wir glauben, daß sie sich für den letzteren Fall entscheiden werden, denn eine unbedingte Ablehnung der Verhandlungen über die von ihnen selbst festgestellten FriedenSbedingungen ist nicht denkbar, weil sie seit dem Ausbruche deS Krieges keine weiteren Forderungen gestellt haben und auch das Wiener Eabinet ihnen gegenüber wohl die Verpflichtung übernahm, die vier Garantiepunkte zur Basis der FciedenSverhandlun- gen zu nehmen, weitergrhende Forderungen die österreichische Regierung aber nicht verhindern könnten, mit Rußland eine besondere Vereinbarung zu treffen. WaS die augenblickliche Stellung Preußens betrifft, su hat die Regierung mit der Erfüllung ihres Planes, Rußland zur Annahme der vier Garantiepunkte zu bewegen, keine Veranlassung, in besondere Verhandlungen hierüber mit den Weltmächten zu treten, sondern wird dieselben