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Intelligenz-Blatt

ver freien MM Frankfurt. âsM

(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgaffe 21.)

M 280. Samstag, den 25. November 1854;

Ueberblick der GreLguLffe im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.

Frankfurt, 25 November. Die gegenwärtigen Verhandlungen zwischen Preußen und Oesterreich wegen Vereinbarung einer übereinstimmenden Politik in der orientali­schen Frage lassen sich unter drei Gesichtspunkte zusammenfassen. Der erste betrifft die Frage über die Stellung des deutschen Bundes zu den Garantieforderungen der West- mächte an Rußland und zu der Hülfe, welche Oesterreich bei einem Angriff auf sein ge»

schen Frage lassen sich unter drei Gesichtspunkte zusammenfassen. Der erste betrifft die Frage über die Stellung des deutschen Bundes zu den Garantieforderungen der West- mächte an Rußland und zu der Hülfe, welche Oesterreich bei einem Angriff auf sein ge- sammteS Gebiet und seine Truppen in den Donausürstenthümern beansprucht. Wie man sagt, werden die Cabinette von Wien und Berlin über diesen ersten Punkt zunächst eine Verständigung zu erzielen und sich darüber zu einigen suchen, daß 1. der Bund jeden Angriff auf Oesterreich mit seiner gejammten Macht zurückzuweisen beschließt; 2. daß derselbe die Garantiepunkte als eine zweckmäßige und praktische Grundlage für den Frie­den Europa'S erklärt und sich dieselben aneignet; 8. daß schon jetzt die Vorbereitungen getroffen werden, welche eine Aufstellung der BundeScorps in voller Kriegsstärke ohne Verzögerung gestatten. Wir haben Grund anzunehmen, daß Preußen diesen Vorschlägen seine Zustimmung nicht versagen wird. — Den zweiten Abschnitt der Verhandlungen bildet die Erörterung, in welcher Weise die Aufforderung an Rußland zur Annahme der vier Garantiepunkte erfolgen solle, denn eS ist wohl ersichtlich, daß die deutschen Groß­mächte und der Bund auf eine kriegerische Bahn gegen Rußland hingedrängt werden, sobald dieses die wohlgemeinten Vorschläge des deutschen StaatenkörperS verwirft und dadurch die Fortsetzung der diplomatischen Beziehungen zu demselben in Frage stellt. Hat nämlich der Bund die Sicherheit Oesterreichs in den Fürstenthümern garantirt, und weigert sich Rußland, dieser Garantie beizupflichten, so ist die Möglichkeit einer krie­gerischen Begegnung zwischen Oesterreich und Rußland sehr nahe gerückt und also die Wirksamkeit des deutschen Bundes in Anspruch genommen. Der letzte Gesichtspunkt der Verhandlungen muß die Stellung der deutschen Bundesstaaten gegen die Westmächte für den Fall erörtern, daß diese in der Annahme der Garantiepunkte durch Rußland sich nicht mehr befriedigt finden und die Erreichung weiterer Ansprüche dem Waffenglück überlassen wollen. Da nun die Interessen der Westmächte und Deutschlands bei der Fortsetzung deS Krieges nicht immer dieselben bleiben würden und die deutschen Regie­rungen sich durch eine vertragsmäßig verbürgte Annahme der Garantiepunkte vom Pc« tersburger Cabinet befriedigt finden müßten, so bietet dieser dritte Punkt Stoff zur Er­wägung, damit dem politischen Einflüsse der deutschen Großmächte und deS Bundes feine gebührende Stellung erhalten bleibe.