Intelligenz-Blatt
der freien MM âankfsrl. zfSk
(Expeditions-CoMptoir am hl. Geistpförtchen M 214«.).
M 274 Samstag, dm 18. November 1854. W^
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Ueberbiick der Ereignisse im Gebiete der politische« uud materiellen Interessen.
Frankfurt, 18. November. Die Verhandlungen zwischen Preußen und Oesterreich über die zu erzielende Vereinbarung werden fortgesetzt und wir können natürlich nur den Wunsch aussprechen, daß sie zu einem befriedigenden Ziele gelangen mögen, da die öfter-! reichische Regierung in der That eine den preuß. Anschauungen entgegenkommende Haltung bewährt, Sehen wir auf den Inhalt der jetzt bekannt gewordenen Instruction an den Herrn v.Prokesch, welche der preuß. Regierung zur gutachtlichen Aeußerung vorgelegt ist, so treten in derselben zwar einige den preuß. Anschauungen von der Festhaltung der Neu- tralität entgegenstehende Ansichten hervor, aber die Fassung deS ganzen Aktenstückes zeigt doch die Neigung der österr. Regierung, zu einem ELnverständniß zu gelangen. Als Ziel ihrer Politik bezeichnet sie die Einigkeit deS deutschen Bundes in allen Gliedern und die BetlMigung desselben als eines politischen Körpers zur Wahrung deutscher Interessen. Der Grundgedanke deS AprilbündniffeS beabsichtige nicht die Neutralität des Bundes, sondern dessen Kräftigung zum wirksamen Auftreten in der großen europäischen Streitfrage, wie denn auch Artikel 2 des Bündnisses die Erhöhung der Festigkeit deS deutschen Bundes zur activen Thätigkeit beabsichtige. Aus dem Umstande, daß die letzte preußische Note keinen Ausspruch enthalte, welcher auf eine Trennung der Wege beider Regierun- gen hindeute, schöpft Oesterreich die Hoffnung, daß Preußen, zwar unmittelbar weniger alS Oesterreich an der orientalischen Frage betheiligt, doch in der nächsten Zeit die Wünsche Mben erfüllen werde. Im entgegengesetzten Falle will Graf Buol auch allein die Mobilmachungsangelegenheit an den Bund bringen, dessen ablehnende Antwort er in der Wirkung einer faktischen Aufhebung deS BundeSverhältniffeS gleichstellt. Die Mobil- machungSfrage bedürfe bei der Abstimmung nur einer einfachen Majorität des engeren Ausschusses, ^mit welcher auch das Aprilbünduiß angenommen sey. Oesterreich fordert nun einen Bericht deS Ausschusses, in welchem eine selbstständige Prüfung die Lage Deutschlands und die ernsten Pflichten des Bundes erkennen lasse. Streitfragen über ben Umfang des Aprilbündnisses, über die Beseitigung seines ZufatzarMlS/soll Herr P. Profesch nicht ohne Verwahrung in den Ausschußbericht übergehen lassen. Der Rückz