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In Cambridge (England) ist vor Kurzem ein Gtudenten'Krawall gewesen. Ein Dozent hatte eine Borlesung angekündigt, über dasselbe Thema, daS Lord Palmerston neulich behandelte, über die Nachtheile deS Tabakrauchers. Die akademische Jugend fand die Tendenz äußerst destruktiv, b eröffnete sich mir Tabakspfeifen und Schwärmern, dampfte die ersteren dem Dozenten unter die Nase und feuerte die letzteren auf das auf den Gallerien anwesende Philistertum ab. DaS Feuer hatte besseren Erfolg als vorSe- büstopol, der Feind zog sich zurück, und die Musensöhue stürmten den Katheder und nah­men ein „Amendement" an deS Inhalts, daß Nicotiana Lin. ein sehr nützliches Ge­wächse sey. Ein anwesender Friedensrichter, dem eine der Kongreveschen Raketen auf den Leib gefahren, hatte aber unterdessen die Polizei herbeigeholt, und da die Aufforde­rung, den Saal zu räumen, keinen Erfolg hatte, kam es zu einem homerischen Kntttel- gefechte.

Drei große eiserne Cylinder, von 12 Fuß Länge und 4 Fuß im Durchmesser, sind von Manchester nach Woolwich gebracht worden. Sie werden aus dem „Robert-Lowe" nach Sebastopol eingeschifft, wo sie die Bestimmung sieben, die russischen Schiffe, welche vor dem Haseneingang in Sebastopol versenkt sind, in die Luft zu sprengen. Jeder die­ser Cylinder enthält 1600 Pfund Pulver. Eö werden 24 solcher Cylinder, von denen 15 bereits an den Ort ihrer Bestimmung angekommen sind, für das schwarze Meer abgesaudt.

Man schreibt unS auS Paris vom 8. Nov.: „Seit zwei Tagen ist die französische Hauptstadt durch die unerwartete Rückkehr der Mademoiselle Cruvelli erfreut worden. Sie hat durch die gestern Abends erschienene Patrie entrißen lassen, daß es die Schuld des Boten war, den sie beauftragt hatte, sie wegen ihrer Nicht-Erscheinung an dem be­wußten Montags zwei Tage vorher zu entschuldigen, wenn der unangenehme Vorfall stattgifunven habe. Der Bote habe den Auftrag vergessen, sie sey jedoch bereit, Amende honorable äu machen unb wieder aufzutreten. ZS ist deßwegen, erfährt man heute, bei dem StaatSministerium angefragt und die Erlaubniß dazu gegeben worden. Der italie­nische Capellmeister Verdi hat daS Manuskript der für sie geschriebenen Oper zuröckge- geben, und die Aufführung derselben zu ihrer Zeit wird mit keinen weiteren Schwierig­keiten zu kämpfen haben.

WasEfKrter Stâttzechter.

Freitag ben 17, November: Gi« Lustspiel. Lustspiel in 4 Auszügen von Roderich Benedir.

Samstag den 18, November : (Dritte und letzte Gastdarstellung des Fräulein Lucile Grahn). 1) Ouvertüre. 2) Schatèentauz, componirt und ausgeführt von Frl. Lucile Grahn, Musik von Lmbpaintaer. 3) Welva, Sie Waise aus NÄßland. Melodrama in 2 Acten von Td. Hell. Musik von Reisiger. Yelva: Frl. Lucile Grahn. 4) Ouvertüre. 5) L» Madrilemia» spanischer Rationaltanz, ausgeführt von Frl. Lucile Grahn. Abonnement-Vorstellung No. 14 mit erhöhten Eintrittspreisen.

Montag den 20. November: Zum Benefiz des Herrn Dettmer, unter Mitwir­kung der Solotänzerinnen Frau Hoffmann, Frl. Jung und Frl. Henkel und deS Solotänzers Herrn Dorne waß, vom qroßh. Hofihester zu Darmstadt und deS Herrn Meerömann und Frl. Roberti. (Neu einftudirt). Die WauSeruSe« Kvmè- Staute». Komische Oper in 2 Acten Musik von Fioravanti Hierauf: Gustav, oder: Der MsèTeuball, von Zuber (Maskenball im 5tcn Act). Borkommende Tänzer 1) Pas Hongrois, 2) Oderhessische Bauernpvlka. 3) Großer MaSkenzug. 4)

Jaléo, Pas espagnol. 5) Grand Galop. 6) Pas de deux. 7) Polka. Mit auf­gehobenem Abonnement.