Intelligenz-Blatt
der freien Madt Frankfurt. /^
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M 262. Samstag, den 4. November 1854.
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UeberblLE des GreigNiffe im Gebiete der polLtischsts NNd MäLerieLLeK JrrtereUe».
FrankfVrt, 4. November. Der Monatsschluß bestimmt uns, auch einmal von dem Kriege gegen Rußland die Bilanz zu ziehen. DaS nördliche KriegStheater ist geräumt; die Alandsinseln sind wirder besetzt; der Handel zwischen Petersburg, Finnland und de» deutsch-russischen Ostprovinzen ist aufgelebt, die Mannschaft der russischen Ruderflottille wird verabschiedet und Rapier ist am 27. in Hamburg angelangt. Ein Theil der verbündeten Flotte soll im Hasen von Kiel noch verweilen. Die zur Besetzung von Reval und anderen bedrohten Küstenpunkten verwendeten Truppen können nun weiter in Polen vorgeschoben werden, wo Krakau gegenwärtig als der wichtigste Punkt erscheint, da hier bedeutende österreichische und russische Streitkräfte am nächsten gegeneinander stehen. AuS Wien verlautet von entscheidenden Schritten : von einem KriegSrath, in welchem die Versetzung deS gejammten Heeres auf den Kriegsfuß beschlossen worden sey, wodurch dasselbe abermals um 60,000 Mann verstärkt, also auf nahe 600,000 Mann gebracht werden
$er Gesammtzahl freilich ein Viertel zur Bewachung Italiens erforderlich ist. Deßgleichen sey die Ausstellung von 60,000 Mann in Böhmen und Mähren ^d eine neue Aushebung von 100,000 Mann beschlossen; zur Bekanntmachung und Ausführung warte man nur den Ausgang der jetzigen Verhandlungen mit den deutschen Bundesgenossen ab. In der That hat Oesterreich alle Sehnen aufs Aeußerste gespannt und kann in dieser Sage nicht lange verharren; selbst das Geld, (80 Mill. fl. C.-M), ?e Staatsgütern und die Verpachtung von Eisenbahnen an eine französische Gesellschaft einträgt, muß bei diesem Stand des Heeres bald erschöpft sey».
Der längst verkündigte Einfall Omer Pascha'S in Bessarabien hat bis jetzt nicht statt- gefunden, vielmehr macht man plrtzlèch die Entdeckung, daß die Russen die Dobrudfch« noch nie vollständig geräumt hatten. — Die Ungeduld deS europäischen Publikums in Bezug auf die Einnahme von Sebastopol und die Verlegenheit der französischen Regie- rungöpreffen, dieser Ungeduld gegenüber, würden nicht so groß seyn, wenn man nicht durch leichtgläubige Aufnahme per Tartarendepesche in den höchsten Regionen beim Publi. kum den Glauben genährt hätte, als seyen die Schwierigkeiten seiner Einnahme sehr